Albert Einstein
- Von Erika Smidt
- Veröffentlicht 07.06.08
- Physik
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Nicht bewertet
Engagement
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges löste eine intensive Beschäftigung mit politischen Problemen aus. Einstein trat dem Bund Neues Vaterland bei (der späteren Deutschen Liga für Menschenrechte)
und unterstützte deren Forderungen nach einem baldigen, gerechten
Frieden ohne Gebietsforderungen und der Schaffung einer internationalen
Organisation, die künftige Kriege verhindern sollte.
1918 gehörte Einstein zu den Gründern der linksliberalen
Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Von 1922 an war er Mitglied der
'Kommission für geistige Zusammenarbeit' beim damaligen Völkerbund, auf
deren Anregung hin er später über die Frage Warum Krieg? mit
Sigmund Freud in einen Briefwechsel trat, der 1933 veröffentlicht
wurde. Wie er überhaupt immer wieder zum Mittel des Briefeschreibens
griff, um Wirkung zu erzielen:
1931 beispielsweise, machte er und Heinrich Mann in einem
offenen Brief an die New York Times auf die Ermordung des kroatischen
Intelektuellen Dr. Milan Šufflay aufmerksam. Genauso auch 1935 im
Rahmen der (erfolgreichen) internationalen Kampagne für die Verleihung
des Friedensnobelpreises an den im KZ einsitzenden Carl von Ossietzky
oder 1953, als er in einem öffentlichen Brief die Verteidigung der
Bürgerrechte gegenüber dem McCarthy-Ausschuss einforderte.
Auf Hitlers Machtergreifung 1933 reagierte Einstein mit dem Bekenntnis:
»Solange mir eine Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in
einem Lande aufhalten, in dem politische Freiheit, Toleranz und
Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen. Zur politischen
Freiheit gehört die Freiheit der mündlichen und schriftlichen Äußerung
politischer Überzeugung, zur Toleranz die Achtung vor jeglicher
Überzeugung eines Individuums. Diese Bedingungen sind gegenwärtig in
Deutschland nicht erfüllt.«
Gleichzeitig modifizierte er seine pazifistische Haltung:
»Bis 1933 habe ich mich für die Verweigerung des Militärdienstes
eingesetzt. Als aber der Faschismus aufkam, erkannte ich, dass dieser
Standpunkt nicht aufrechtzuerhalten war, wenn nicht die Macht der Welt
in die Hände der schlimmsten Feinde der Menschheit geraten soll. Gegen
organisierte Macht gibt es nur organisierte Macht; ich sehe kein
anderes Mittel, so ich es auch bedaure.«
Auch der Brief an Präsident Franklin D. Roosevelt, der der Entwicklung der Atombombe vorausging, entsprang dieser Haltung:
»Ich glaubte, wir müßten die Möglichkeit Deutschlands vermeiden,
unter Hitler im alleinigen Besitz dieser Waffe zu sein. Das war die
wirkliche Gefahr dieser Zeit.« Entsprechend engagierte er sich nach
der Niederlage Nazi-Deutschlands vielfältig für internationale
Rüstungskontrolle und Zusammenarbeit im Sinne des Titels einer Rede,
die er 1945 bei einem Nobel-Gedenkdinner in New York hielt: The war is won, but peace is not. So rief er ein Emergency Committee of Atomic Scientists ins Leben und schlug die Bildung einer Weltregierung vor.
Auch als Jude zeigte Einstein großes Engagement. Er
unterstützte weitgehend die zionistischen Ideale, ohne jedoch jemals
einer zionistischen Organisation beizutreten. So ist sein Name stark
mit der Hebräischen Universität in Jerusalem verbunden. Seine erste
USA-Reise diente u. a. dem Zweck, Spenden für eine solche Universität
zu sammeln. 1923 reiste er zur Grundsteinlegung in das damalige
Palästina. (Während dieser Reise wurde ihm auch die erste
Ehrenbürgerschaft der Stadt Tel Aviv verliehen.) 1925 wurde er zum
Mitglied des Verwaltungsrats der Universität berufen. Schließlich
verfügte Einstein in seinem Testament die Übereignung seines
schriftlichen Nachlasses an die Hebräische Universität.
Nach dem Tod von Chaim Weizmann erhielt Einstein 1952 das
Angebot, der zweite Staatspräsident des neugegründeten Staates Israel
zu werden, was er aber ablehnte.
Einstein engagierte sich auch für eine vegetarische Lebensweise:
»Rein durch ihre physische Wirkung auf das menschliche Temperament
würde die vegetarische Lebensweise das Schicksal der Menschheit äußerst
positiv beeinflussen können.«