Die DVD gibt es in zahlreichen Varianten, welche als DVD-Formate bezeichnet werden. Alle DVD-Formate lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:
- Spezielle DVD-Formate die für bestimmte Verwendungszwecke optimierte Datenstrukturen aufweisen (und ursprünglich nur einen Lesezugriff erlaubten): DVD-Video, DVD-Audio und DVD-ROM.
- Beschreibbare DVD-Formate durch den Konsumenten: DVD-RAM, DVD-R, DVD+R, DVD-RW, DVD+RW.
DVD-Formate für bestimmte Verwendungszwecke
Die DVD wird für drei verschiedene Verwendungszwecke eingesetzt für die es jeweils spezielle DVD-Formate gibt: Zur Speicherung von Videos (Beispiele: DVD-Video), von Musik (Beispiele: DVD-Audio) und von Computerdaten (Beispiele: DVD-ROM).
DVD-Video
Die meisten kommerziellen DVDs besitzen den Kopierschutz Content Scrambling System (CSS), welcher Käufer und Raubkopierer davon abhalten soll Kopien der DVD herzustellen oder den Regionalcode zu umgehen. Allerdings führte dieser Kopierschutz zu Problemen für die Entwickler von Open Source DVD-Playern, da diese nicht die erforderliche Lizenz zum Dekodieren des Kopierschutzes erhalten können. Dies führte unter anderem zur Entwicklung der Bibliothek DeCSS, welche den Kopierschutz knacken kann.
Videoformate
Die Videodaten einer DVD liegen normalerweise als MPEG-2-komprimierter Datenstrom vor. Das ältere MPEG-1-Format der Video-CD wird ebenfalls unterstützt, hat jedoch kaum praktische Bedeutung. Der Standard sieht eine Bandbreite für Audio und Video von insgesamt bis zu 10 MBit/s vor.
PAL-DVDs bieten eine Auflösung von 720x576 Bildpunkten mit einer Bildfrequenz von 25 Hz, während die im amerikanischen Raum und in Japan verbreiteten NTSC-DVDs eine Auflösung von 720x480 Punkten bei einer Frequenz von 29,97 Hz oder (für Spielfilme) 23,976 Hz aufweisen. Gesonderte SECAM-DVDs existieren nicht, da sich PAL und SECAM lediglich in der Farbcodierung, nicht aber in Auflösung und Bildfrequenz unterscheiden, und die Farbkodierung wird nicht auf der DVD gespeichert, sondern erst bei Bedarf im Player erzeugt.
Tonformate
Der Ton einer Video-DVD kann in den Formaten PCM (2-kanalig, transparent), DTS, MPEG-2 Audio oder Dolby Digital (alle 6-kanalig und datenreduziert) vorliegen. NTSC-Player müssen lediglich PCM und Dolby Digital unterstützen, die übrigen Formate sind optional.
In Ländern, in denen die PAL-Fernsehnorm verwendet wird, waren ursprünglich nur PCM und MPEG-2 Audio als verbindlich vorgesehen. Auf Druck von Öffentlichkeit und Industrie wurde jedoch auch Dolby Digital für die Hersteller PAL-kompatibler DVD-Player ein verbindliches Tonformat.
Eine DVD-Video unterstützt bis zu 8 verschiedene Tonspuren. Dies wird z. B. genutzt, um verschiedene Audioformate und/oder Sprachen auf einer DVD unterzubringen. Daneben stehen noch 32 Untertitelspuren zur Verfügung.
Regionalcode
Die Filmwirtschaft hat, um Verlustgeschäfte durch Import von DVDs von einem Kontinent in den anderen zu vermeiden, DVDs mit so genannten Region-Codes ausgestattet. Eine DVD mit einem bestimmten
Regionalcode kann normalerweise nur von einem Player gelesen werden, der auf diesen Code eingestellt ist. Der Markt bietet inzwischen auch regionalcodefreie Player, die DVDs aus allen Regionen abspielen. (Manchen Playern kann man dies auch durch ein Firmware-Update nachträglich beibringen).
Diese Codes sind folgende:
| Code
| Region
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| 0
| Überall abspielbar.
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| 1
| USA, Kanada und US-Kolonien.
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| 2
| Europa, Grönland, Südafrika, Japan, Ägypten und im nahen Osten.
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| 3
| Südost-Asien, Südkorea, Hongkong, Indonesien, Philippinen, Taiwan.
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| 4
| Australien, Neuseeland, Mexiko, Zentralamerika, Südamerika
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| 5
| Russland und andere Länder der ehemaligen UDSSR, Osteuropa, Indien, Afrika.
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| 6
| Volksrepublik China.
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| 7
| Reserviert für zukünftige Nutzung.
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| 8
| Internationales Gelände, zum Beispiel in Flugzeugen oder Schiffen.
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DVD-Audio
Auf der DVD-Audio sind nur Audio-Informationen, also Musik oder Sprache, gespeichert. Es können auch grafische Informationen enthalten sein (zum Beispiel Dia-Shows), dennoch handelt es sich noch um eine DVD im DVD-Audio Format. Zu beachten ist, dass diese DVDs nur auf Playern abgespielt werden können, die das DVD-Audio Format auch unterstützen. DVD-Audio ist, neben der Super-Audio-CD (SACD), eines der Nachfolgemedien zur Audio-CD (CD-DA).
Manche Firmen bieten auch Audiomaterial auf DVD-Video an, da dieses Format durch wesentlich mehr Player unterstützt wird und Vorteile gegenüber der Audio-CD bietet, vor allem den sauberen, kanalgetrennten Surround-Sound. Hier wird mit Tricks gearbeitet: Oft besteht das von der Norm verlangte "Video" auf solchen Scheiben lediglich aus einem Standbild, sodass die Speicherkapazität voll für die Audiodaten genutzt werden kann.
Weitere Informationen zur DVD-Audio Beispiele: unter dem Stichwort DVD-Audio.
DVD-ROM
Die DVD-ROM-Spezifikation ist die Basis aller bisher verfügbaren DVDs und legt das physikalische und logische Format fest, also die Maße und das Dateisystem der Disc, das Modulationsverfahren (EFM plus) und die Fehlerkorrektur (Reed Solomon Product Code). Darüber hinaus aber auch:
- Die Reflektivität des Materials (zwischen 45 % und 85 % bei der ersten Schicht – im Gegensatz zu den rund 80 % bei der CD – und zwischen 13 % und 35 % beim zweiten Layer).
- Die durchschnittliche Datenrate, mit der eine DVD mindestens ausgelesen werden muss.
- Die Speicherkapazitäten sämtlicher Varianten.
- Den Overhead, den die Fehlerkorrektur für sich beanspruchen darf (etwa 13 %).