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Sprachwissenschaft
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Von Erika Smidt
Veröffentlicht am 03.07.08
 
Die Sprachwissenschaft (auch Linguistik genannt) untersucht die menschliche Sprache (Was ist Sprache? Ist sie typisch für den Menschen? Wie wird sie erworben?) und die verschiedenen Einzelsprachen und Sprachtypen der Welt.

Definition
Die Sprachwissenschaft (auch Linguistik genannt) untersucht die menschliche Sprache (Was ist Sprache? Ist sie typisch für den Menschen? Wie wird sie erworben?) und die verschiedenen Einzelsprachen und Sprachtypen der Welt.

Sprache
Eine natürliche Sprache ist ein "lebendes", sich dynamisch entwickelndes Gebilde, das der Verständigung, dem Wissensaufbau und der Wissensverarbeitung dient. Die Sprachwissenschaft fragt nach den Formen, dem Sprachsystem, und den Funktionen der Sprache. Sie versucht auch herauszufinden, was sie für die Gesellschaft bedeutet. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Sprachen und Dialekte werden herausgearbeitet. Ein Ziel ist es für manche, Modelle zu erarbeiten, die für alle Sprachen gelten (Beispiel: Universalgrammatik). Dazu nutzt sie auch Erkenntnisse der Naturwissenschaften und ist mit die am stärksten naturwissenschaftlich geprägte Geisteswissenschaft nach der Mathematik, mit der sie methodisch viel verbindet. Andererseits ist sie der Philosophie und den Sozialwissenschaften nicht fern, wenn sie die Rolle der Sprache in der Gesellschaft behandelt.

Lautsprache und Gebärdensprache
Die folgenden Ausführungen sind vor allem im Hinblick auf "gesprochene" Sprachen bzw. Lautsprache formuliert. Dabei ist zu beachten, dass für Gebärdensprachen entsprechende andere Begriffe "mitgedacht" werden müssen, zum Beispiel Handformen anstelle von "Lauten". Nichtsdestoweniger benutzt die Gebärdensprach-Linguistik in Anlehnung an die Sprachwissenschaft auch deren Terminologie, beispielsweise bei "Phonemen".

Teilgebiete
  • Phonetik, Phonologie, Graphematik
  • Morphologie
  • Syntax
  • Semantik (Wort- und Satzbedeutungslehre)
  • Pragmatik
Die Teilgebiete Syntax, Semantik und Pragmatik werden auch unter dem Oberbegriff Semiotik zusammengefasst. Für die funktionale Linguistik fundiert die Pragmatik die anderen Teilbereiche, die formale Linguistik sieht sie als eine Verwendungskomponente, unabhängig vom System. Die Grammatik ist das System der Formen der Sprache, die zum Handeln gebraucht werden. Neben Syntax und Morphologie gehört auch die Orthographie zur Grammatik.

Phonetik und Phonologie befassen sich auf verschiedene Weise mit den untersten Einheiten der Sprache (Töne, Laute). Die Phonetik beschäftigt sich mit den lautlichen Aspekten der Sprache: Sie untersucht die Produktion, Übertragung und Wahrnehmung von Lauten. Die Phonologie gesprochener Sprachen hingegen bringt Laute in ein System das sich daran orientiert, wie Laute Bedeutungen unterscheiden.
Bei Gebärdensprachen befasst sich die Phonologie in gleicher Weise mit den Ausführungsformen Handform, Handstellung, Ausführungsstelle und Bewegung von Gebärdenzeichen.

Die Morphologie behandelt die Wortstruktur (Wortbildung, Flexion).

Psycholinguistik und Neurolinguistik Die beiden eng verbundenen Gebiete der Psycho- und der Neurolinguistik beschäftigen sich mit der Entstehung, Verarbeitung und Erkennung von Sprache im menschlichen Gehirn auf psychologischer bzw. neurologischer Ebene. Thematisiert werden auch der Erstspracherwerb und der Zweitspracherwerb.

Computerlinguistik Die Computerlinguistik entwirft Systeme, die Sprache verarbeiten, übersetzen und Wissen prozessieren. Ferner untersucht sie die Interaktion zwischen Nutzer und System.

Sprachphilosophie Große Teile der Philosophie - insbesondere im 20. Jahrhundert seit Wittgenstein - befassen sich mit der Sprache und den Problemen, die daraus entstehen, dass Sprachgebrauch nicht verstanden, Begriffe nicht angemessen analysiert oder schlicht unsinnige Fragen gestellt werden. Der Rückgang auf die Sprache dient in der sprachanaytischen Philosophie zur Therapie philosophischer Probleme.

Grundfragen der Forschung
  • Wie sind Sprachen aufgebaut? Was ist allen gemeinsam in Form und Funktion?
  • Wie wird in den Sprachen gehandelt?
  • In welchem Verhältnis stehen Sprache und Denken? Bestimmt die Muttersprache mit ihren "ategorien das Denken ("prachliche Relativitätstheorie")?
  • Welche Typen von Sprachen gibt es?
  • Wie entsteht, wann stirbt eine Sprache?
  • Haben Tiere vergleichbare Sprachen?

Teilbereiche
  • Allgemeine Linguistik
  • Deskriptive Linguistik
  • Historische Linguistik
  • Textlinguistik
  • Korpuslinguistik
  • Gesprächsanalyse, auch Dialoganalyse genannt, und das verwandte Gebiet der Konversationsanalyse
  • Morphologie und Morphematik - Formenlehre
  • Syntax
  • Semantik, gehören im weitesten Sinne auch Gebiete wie Metaphernforschung
  • Soziolinguistik
  • Paläolinguistik
  • Rechtslinguistik
  • Feministische Linguistik
  • Diskursanalyse
Weiter unterteilt man auch diejenigen Sprachwissenschaften, die sich nur auf eine Sprache oder eine begrenzte Auswahl von Sprachen beschränken, dafür aber zusätzlich die sprach- oder landesspezifische Literaturwissenschaft umfassen. Dazu gehören beispielsweise Amerikanistik, Anglistik, Arabistik, Finno-Ugristik, Germanistik, Jiddistik, Romanistik, Sinologie, Skandinavistik und Slawistik.

Verwandte Wissenschaften/Disziplinen

  • Rhetorik
  • Semiotik
  • Logik
  • Philosophie
  • Medienwissenschaft
  • Kommunikationswissenschaft

Sprachwissenschaftler
  • Ferdinand de Saussure gilt als Begründer des Strukturalismus und prägte den zweiseitigen Zeichenbegriff
  • Leonard Bloomfield
  • Karl Bühler
  • Avram Noam Chomsky verbindet sich insbesondere mit der Generativen Transformationsgrammatik
  • Louis Hjelmslev
  • Roman Jakobson
  • John Lyons