Euro
- Von Erika Smidt
- Veröffentlicht 06.07.08
- Wirtschaften
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Der Name „Euro“
Während heute kein Name passender für die europäische Gemeinschaftswährung scheint als das Wort „Euro“, versuchten vor allem die Franzosen und auch die Niederländer, dem neuen Geld die Namen ihrer alten Währungen aufzupflanzen: Euro-Franken und Euro-Gulden waren lange Zeit die wichtigsten Kandidaten. Erst der damalige deutsche Finanzminister Theo Waigel kam auf die zündende Idee, das Geld einfach kurz „Euro“ zu nennen. Auf dem Madrider EU-Gipfel 1995 überzeugte er die Runde und wohl auch die EU-Bürger im Grunde mit einem einzigen Satz, mit seiner berühmt gewordenen Replik auf den Einwand Jean-Claude Junckers, der Name klinge aber „nicht sehr erotisch“. Waigel meinte daraufhin: „Der Name klingt vielleicht nicht erotisch - aber er klingt eurotisch.“
Bei der Euphorie über die Prägnanz des Namens in der geschriebenen Sprache wurde die praktische Schwierigkeit wohl übersehen, dass der Name des gemeinsamen Geldes überall anders ausgesprochen wird. Alleine in den neun offiziellen Sprachen der Teilnehmerländer kommt man auf zehn Aussprache-Variationen für dieses kleine Wort. Sie ergeben sich aus sechs verschiedenen Aussprachen des Grundwortes „Euro“ und der Kombination mit einem (hörbaren) Plural, den außer Deutsch und Französisch alle Sprachen bilden (offiziell ist Euro auch die Pluralform).
Beispielsweise lautet die Aussprache im Französischen in etwa "Öhro", im Spanischen "E-Uro" mit gerolltem R, und im Griechischen in etwa "Evro" (ebenfalls mit gerolltem R).
Die Anfrage einiger osteuropäischer EU-Staaten im September 2004, aus Aussprachegründen den Euro lokal "Euria" zu schreiben, wurde von den EU-Finanzministern abschlägig beschieden.