Manche Förster und Jäger argumentieren, zu hohe Wilddichten würde dem Wald nicht nur als Wirtschaftsgut schaden, sondern auch die natürliche Verjüngung des Waldes durch den selektiven Verbiss des Wildes, und damit eine naturnahen Entwicklung, behindern, seinen Kampf gegen die Jagdlobby und den schwierigen Weg vom Holzacker zum Ökowald").

Hirsche, Rehe und Feldhasen verbeißen den Jungwuchs, so dass man umzäunen muss, damit neue Bäume in großer Zahl und geradem Wuchs heranwachsen können (seien es gepflanzte oder die Etablierung der Naturverjüngung). Gerade Baumarten, die selten sind, werden als "Spezialität" besonders stark verbissen.

Pflanzen, die in Baumschulen zur Wuchsbeschleunigung gedüngt wurden, ziehen die Wildtiere besonders stark an (höhere Stärkeeinlagerung und höherer Zuckergehalt im Saft in den ersten Jahren nach der Auspflanzung, damit ein höherer Nährwert). Weiterhin ist unabhängig von der Düngung einfach ein anderer Geschmack zu vermuten - sofern die angepflanzten Baumarten überhaupt im nennenswerten Umfang "wild" vorkommen (rein aus Kostengründen erfolgt die teure Pflanzung oft nur noch zur Anreicherung der Bestände mit dort nicht vorhandenen Laubbaumarten - damit diese sich in einigen Jahrzehnten verjüngen. Fichte, Kiefer und Lärche sähen sich oft genug von selbst).

Gegen die von allen Seiten oft geäußerte Vermutung des bevorzugten Verbisses von Baumschulpflanzen sprechen - unter der Annahme, dass Wildlinge einen nur unbedeutenden Anteil am Pflanzgut einnehmen - nach AFZ 9/2004, S. 459 die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 1990 in Rheinland-Pfalz: "Die Verbisssituation ist in Naturverjüngungsflächen noch unbefriedigender als in Kunstverjüngungen (Pflanzungen)." Hier dürfte die Pflanzengröße einen entscheidenden Faktor darstellen: der verbissene Anteil von Bäumen in Größen unterhalb der üblichen Pflanzsortimente ist erheblich größer.

Erst die Entwicklung der Forstbaumschulen ermöglichte den großflächigen Anbau von anderen Baumarten als Kiefer und Fichte.