Wald
- Von Alexander Hübschmann
- Veröffentlicht 07.07.08
- Biologie
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Bewertung:
Nicht bewertet
Megaherbivoren
Ob dieser Wildverbiss ökologisch schädlich ist oder nicht, ist umstritten. Unbestritten ist allein, dass Wald, Wild und Verbiss in erträglichem Umfang zusammengehören, und Abweidung und - der für Baumarten mit geringen Anteilen eher Regel als Ausnahme darstellende - Totalverbiss zu langfristiger Artenverarmung und zu wirtschaftlichen Schäden) führen.
Die so genannte Megaherbivorentheorie geht davon aus, dass erst durch Wildverbiss durch große Pflanzenfresser (Megaherbivoren) eine mosaikartige Landschaft entsteht, die eine hohe Artenvielfalt ermöglicht. Die Megaherbivorentheorie geht davon aus, dass die in Mitteleuropa ausgestorbenen Megacarnivoren, also große Fleischfresser die Anzahl der Pfanzenfresser auf einem Niveau halten würden, dass es weder zur totalen Waldvernichtung, noch zu eintönigen Buchenwäldern kommen würde, sondern die Wälder einem stetigen Kreislauf aus entstehen, wachsen, altern und absterben unterworfen wären. Letztes Stadium vor dem langsamem Auflichten, bevor der Wald dann langsam wieder verschwindet, wäre der artenreiche Hutewald.
Zu den Megaherbivoren fehlen in unserer Kulturlandschaft bisher noch die Megacarnivoren, die im Gegensatz zu ihren Beutetieren wesentlich höhere Ansprüche stellen. Erfolge diese wieder anzusiedeln gibt es aber bereits. Vor allem der Luchs, aber auch der Wolf (in Sachsen) und der Braunbär (in Österreich) sind bereits wieder Teil unserer Waldfauna.
Über die Dichte von Megaherbivoren in früheren Zeiten gibt es fast keine Daten, lediglich Vermutungen. Forstwirtschaftlich wie ökologisch vorteilhafte, dauerwaldartige Strukturen sind ohne scharfe Bejagung der Megaherbivoren nach Meinung traditioneller Jägdverbände nicht zu etablieren. Je höher die Schalenwilddichte (von Wildschweinen abgesehen), desto ärmer ist die Waldflora - was reine Trophäenjäger nicht interessiert. Oft hat selbst die im Vergleich zu anderen Baumarten (sofern vorhanden) praktisch nicht verbissene Fichte, die auf den meisten Standorten, auf denen sie heute nach künstlicher Ansiedelung wächst, Probleme sich zu verjüngen.