Hintergrund und Abgrenzung

Widerstand als Form der gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzung ist in der politischen Kultur Europas schon seit der Antike verankert. In fast allen Gesellschaftsformen bestand oder besteht ein Konsens, dass Widerstand in bestimmten Fällen notwendig und legitim sein kann. Im konkreten Fall gehen die Meinungen darüber aber auseinander. Wäre dies nicht so, müsste gar kein Widerstand geleistet werden, denn die angegriffenen Machthaber würden ihr falsches Handeln oder im Extremfall die Illegalität ihrer Herrschaft selbst erkennen und davon absehen.

Der Widerstand ist grundsätzlich von der Revolution zu unterscheiden, weil er nicht auf die Neuformierung der gesellschaftlichen Ordnung abzielt, sondern die Wiederherstellung des alten Rechts das zentrale Anliegen darstellt. Allerdings kam es häufig vor, dass eine als Widerstand begonnene Bewegung in eine Revolution mündete. Vgl. dazu auch Widerstandsrecht