Fälschungen (im Fachausdruck Falsifikate) werden im allgemeinen bei den Filialen der Deutschen Bundesbank erkannt (das sind die früheren Landeszentralbanken) und an die Falschgeldstelle der Deutschen Bundesbank geschickt. Für die Erkennung von Fälschungen stehen der Bundesbank verschiedene Techniken zur Verfügung:
- Bei Papiergeld gibt es Voll- und Halbautomaten und als seit kurzem auch die so genannte Multistückelungsmaschine BPS 1000. Die Erkennungssicherheit von Fälschungen liegt bei ca. 99,99 Prozent. Erkannt werden die Falsifikate durch spezielle Sensoren (Blackboxen).
- Hartgeld wird durch vollautomatische Hartgeldbearbeitungsmaschinen (NGZ 6000) kontrolliert, welche im Gegensatz zu den Papiergeldbearbeitungsmaschinen Falschgeldstücke eine geringere Erkennungsrate von ca. 96 Prozent haben.
Fälschungen werden in Fälschungsklassen nach Qualität unterteilt.
Hartgeld
Die häufigsten gefälschten Geldstücke sind 2- und 1-Euro-Münzen und 50-Euro-Cent-Münzen.
Das Falschgeldaufkommen bei 2-Euro-Münzen ist sehr hoch und von der Stückzahl her fast identisch mit den Papierfalsifikaten. Die Chance für einen Laien, eine falsche Münze zu erkennen, ist im Alltag fast ausgeschlossen. Nach Fachmeinungen werden diese Falsifikate den deutschen Markt in absehbarer Zeit überschwemmen.
- Fälschungsidentifizierungsmerkmale für Hartgeld: Klang, Farbe, Rändelung, Gewicht, BMW-Effekt, Griffigkeit und Einzelheiten der Münzoberfläche
Banknoten
Die häufigsten Fälschungen sind 50-, 20-, 100-, 10- und 200-Euro-Scheine.
Falsifikate dieser Stückelungen werden zum Teil so perfekt gefälscht, dass einige Fälschungen auch von geschultem Fachpersonal der Bundesbank als auch von Zählmaschinen, die über eine Falschgelderkennung verfügen, nicht erkannt werden können, was bei der Hartgeldbearbeitung anders ist.
Fälschungsidentifizierungsmerkmale: Kinegramm, Farbe, Wasserzeichen, Kippeffekt, Nadelstreifen und das Durchsichtregister.
5-Euro-Scheine sind noch am sichersten echte Scheine.
Geldbearbeitungsmaschinen
Die Geldbearbeitung gab es schon in der Reichsbank und wurde immer weiter im Qualitätsstandard verbessert. Wo früher Banknoten und Münzen auf so genannten Zählbrettern per Hand sondiert wurden stehen heute leistungsfähige Maschinen zur Verfügung:
Hartgeld
Die vollautomatische Münzgeldbearbeitungsmaschine NGZ 6000 besteht aus verschiedenen Maschinenkomponenten (Percotronic, LCC20, Computer, Arbeitstisch, Toutchscreen) und kann Münzen der Stückelungen 2 Euro, 1 Euro und 50 sowie 20 Eurocent bearbeiten. Auch die gute alte DM stellt die NGZ 6000 nicht vor Probleme. Die NGZ kann auch Münzen der Stückelungen 5 DM, 2 DM, 1 DM sowie 50 Pfennige bearbeiten. Die Durchsatzrate hängt von der Stückelung und Qualität der Münzen ab.
Percotronic - Der Inhalt der geöffnete Beutel wird in die Percotronic geschüttet und auf einem Teller vereinzelt, jede Münze wird auf Magnetismus, Größe, Dicke und Verbiegungen überprüft. Die Vorkontrollierten Münzen werden in die so genannte LCC20 weitertransportiert und durch einen Teller wiederum vereinzelt. Eine Kamera photographiert jede einzelne Münze und vergleicht dieselbigen mit in einem Computer hinterlegtem Bild.
Münzsortiermaschinen
Zum Sortieren von Münzen setzt die Deutsche Bundesbank Maschinen der Firma Scancoin ein, welche Münzen entsprechend Ihrer Stärke, Magnetismus und ihres Durchmessers sortieren.
Banknoten
Halbautomaten die Scheine automatisch aus kompletten Geldpäckchen vereinzeln, durch 8 Sensoren steuern und zu kompletten Päckchen wieder komplettieren. Defekte Scheine werden durch einen Shredder automatisch im Partikelschnitt vernichtet. Fertige Päckchen werden per hand bandrolliert und zu je 10 Stück als Geldpacket vakuum verschweißt. Ein Halbautomat ist ca. 5 x 1,5 x 1,5 Meter groß. Die Entwicklung dieser Maschinen begann ca. 1980 und kostete mehrere Millionen DM. Moderne Halbautomaten benötigen für 1 Päckchen ca. 20 Sekunden und kosten in der Anschaffung ca. 250.000 Euro. Produziert und entwickelt werden diese Maschinen in Zusammenarbeit mit G & D, AEG.
Vollautomaten sind vom Aufbau ähnlich, der Unterschied eines Vollautomaten besteht in der wesentlich höheren Durchsatzrate und der hiermit verbundenen Taktung. Zum Betreiben eines Vollautomaten werden in der Regel mindestens 3 Personen eingesetzt. Die Erkennungssicherheit von Falschnoten ist mit Halbautomaten identisch. Im Gegensatz zu Halbautomaten werden Scheine, welche nicht der Norm entsprechen nicht zu Päckchen zusammengefasst, die den Restebearbeiter zugeteilt werden, sondern auf speziellen Spulen mit den Streifbändern abgelegt. Die Erhaltungsqualität von maschinenbearbeiteten Noten ist nicht so gut wie von Handbearbeiteten. Vollautomaten sind ca. 5 x 2,5 x 1,7 Meter groß und sind wie Halbautomaten mit Shreddermodulen ausgerüstet.