Definitionen, was "Philosophie" eigentlich bedeutet, gibt es beinahe
so viele wie Philosophen. Dies betrifft bereits die klassischen
Philosophen Athens. Ursprünglich bezog sich der Begriff "Philosophie"
auf eine Denktradition, die vom antiken Griechenland ausging. Er wird
heute aber auch für asiatische Denktraditionen (östliche Philosophie)
und eher religiöse Weltanschauungen verwendet. Daneben taucht der
Begriff in jüngerer Zeit in übertragener Bedeutung als Synonym für
"Strategie" und "Konzept" insbesondere im Wirtschaftsjargon auf
("Unternehmensphilosophie").
Sokrates
Auf Sokrates geht vermutlich die Auffassung vom Philosophieren als
eines Hinterfragens des eigenen Wissens zurück: Philosophie ist nicht
eine Weisheit, die man sich definitiv aneignen kann, sondern ein
Verfahren, mit dem man sich immer wieder dieser als ideal gedachter
Weisheit anzunähern versucht, sie aber nie endgültig besitzen kann. In
diesem Sinne ist die sokratische Philosophie dialogisch. Im Dialog
tritt die eigene Meinung zutage und kann kritisch hinterfragt werden.
Platon
Dieses Verfahren des Dialogs hat Platon, der bedeutendste Schüler
des Sokrates, in der literarischen Gattung des philosophischen Dialogs
perfektioniert. Von seinem Lehrer unterscheidet ihn deutlich, dass er
annimmt, auf diese Weise zu einer letzten Wahrheit – der Idee – zu
kommen, die hinter allem steht. Für ihn gibt es jeweils nur eine
einzige, richtige Antwort. Sokrates hingegen war sich der Pluralität
der Meinungen bewusst und vertrat die Auffassung, dass es darum geht,
die unterschiedlichen Sichtweisen der Welt mittels Dialog aus den
Menschen herauszufinden. Diese Methode bezeichnet der Begriff
Hebammenkunst (gr. Maieutik).
Aristoteles
Platons Schüler Aristoteles hingegen betreibt die Philosophie eher
systematisch. Einflussreich war seine Unterteilung der Philosophie in
die theoretische Philosophie (das Streben nach Wissen) und die praktische Philosophie (das Streben nach einer guten Lebensführung).
Kant
Für die Moderne bekannt wurde eine Charakterisierung der Philosophie durch vier Hauptfragen, die Immanuel Kant formuliert hatte:
- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
- Was ist der Mensch?
Die erste Frage beantwortet die Metaphysik, die zweite die Moral, die dritte die Religion, und die vierte die Anthropologie.
Im Grunde könnte man aber alles dieses zur Anthropologie rechnen, weil
sich die drei ersten Fragen auf das Subjekt der letzten Frage - den
Menschen - beziehen.
Der Philosoph muss also folgendes bestimmen können:
- die Quellen des menschlichen Wissens,
- den Umfang des möglichen und nützlichen Gebrauchs allen Wissens, und endlich
- die Grenzen der Vernunft.