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Schachvarianten
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Von Stephan Börner
Veröffentlicht am 19.01.09
 
Eine Schachvariante ist jedes Spiel, das von Schach abgeleitet ist oder mit Schach verwandt ist. Eine Schachvariante kann ähnlich zu Schach sein oder sehr verschieden.

Einführung
Schachvarianten

Eine Schachvariante ist jedes Spiel, das von Schach abgeleitet ist oder mit Schach verwandt ist. Eine Schachvariante kann ähnlich zu Schach sein oder sehr verschieden. Grundsätzlich gilt, dass eine Schachvariante eine neues Spiel mit anderen Spielregeln als Schach definiert, auf das die bewährten Schachstrategien nicht ohne Änderungen übertragen werden können.

  • Fischer-Random-Chess: Gemäß einer Idee des ehemaligen Schachweltmeisters Fischer wird eine von 960 möglichen Ausgangsstellungen ausgelost. Damit möchte man vermeiden, dass auswendig gelernte Eröffnungszüge zum Vorteil führen. Diese Variante des Schachs wird auch Chess960 genannt.
  • Tandemschach Aus 2 Spielern wird ein Team gebildet, wobei der eine die weißen Steine und der andere die schwarzen Steine in einer Partie mit einer Beschränkung der Bedenkzeit üblicherweise auf jeweils 5 Minuten für die ganze Partie führt. Die geschlagenen Figuren werden dabei dem Partner weitergegeben, der diese nach bestimmten Regeln wieder auf ein freies Feld des Brettes in seinem Spiel einfügen darf.
  • Crazyhouse ist eine dem Tandemschach ähnliche Variante, mit dem einzigen Unterschied, dass nur zwei Spieler gegeneinander spielen. Schlägt ein Spieler die Figur seines Gegners, wird ihm die entsprechende Figur in seiner eigenen Farbe ausgehändigt, die er nach den gleichen Regeln wie beim Tandem einsetzen darf. Diese Variante ist auf einem realen Schachbrett kaum praktikabel, da ein zweiter Figurensatz benötigt wird, im Internet jedoch sehr beliebt, weswegen auch keine deutsche Bezeichnung für die Variante existiert.
  • Räuberschach. Beim Räuberschach ist das Spielziel alle seine Figuren zu verlieren. Es besteht Schlagzwang, d.h. wenn man am Zug ist und eine Figur des Gegners schlagen kann, so muss man auch eine Figur schlagen.



  • Märchenschach. Beim Märchen- oder Feenschach gibt es zusätzliche Figuren mit besonderen Zugmöglichkeiten, die meist Kombinationen der normalen Zugarten sind. Weit verbreitet ist das Janusschach, das auf einem 10x8-Brett gespielt wird. Neben zwei zusätzlichen Bauern erhält jeder Spieler zwei Janus oder auch Kardinal genannte Figuren, die sowohl wie ein Läufer als auch wie ein Springer ziehen können. Der Janus wird in der Grundstellung zwischen Turm und Springer aufgestellt. Da er als einzige Figur auf dem Brett ohne Hilfe einer anderen Matt setzen kann, stellt er, insbesondere bei Mattangriffen, eine interessante Bereicherung des Spiels dar. Ebenfalls populär sind Capablanca Chess (1940), wobei einer der Janus durch einen Kanzler (zieht wie Turm und Springer) ersetzt wird, und dessen moderne Weiterentwicklung Gothic Chess. Märchenschach führt in der Praxis trotz oft größerer "Spielfelder" und mehr Figuren oft zu kürzeren und besonders taktisch anspruchsvollen Partien.
  • Atomschach. Bei dieser Variante werden, wenn ein Stein geschlagen wird, gleichzeitig alle Steine (auch eigene) auf unmittelbar benachbarten Feldern vom vom Brett genommen