Fischer Random Chess, auch
Chess960, ist eine von Bobby Fischer entwickelte Schach Variante.
Zum ersten mal vorgestellt wurde diese Variante am 19. Juni 1996 in Buenos Aires. Fischers Ziel war es, eine Schachvariante zu entwickeln, die mehr Gewicht auf die Kreativität und das Talent des Spielers legte, als auf das Auswendiglernen und Analysieren von Eröffnungen. Dies sollte durch zufällige Eröffnungsstellungen erreicht werden, die ein Auswendiglernen von Eröffnungszügen wenig hilfreich erscheinen lassen.
Eröffnungsstellungen
Die Eröffnungsstellungen im
Fischer Random Chess müssen die folgenden Regeln erfüllen:
- die weißen Bauern stehen auf ihren üblichen Positionen
- alle übrigen weißen Figuren stehen in der ersten Reihe
- der weiße König muss zwischen den weißen Türmen stehen
- ein weißer Läufer muss auf weiß, der andere auf schwarz stehen
- die schwarzen Figuren werden entsprechend den weißen plaziert
- steht zum Beispiel der weiße König auf b1, so muss der schwarze König auf b8 gestellt werden
Hinweis: der weiße König kann nie auf der a oder der h Linie stehen, da immer noch Platz für einen Turm an jeder Seite bleiben muss
Es gibt viele Methoden, die Eröffnungsstellung auszulosen. Hans L. Bodlaender schlug folgende Methode, die Eröffnungsstellung auszuwürfeln vor:
- der erste Wurf gibt das Feld für den schwarzen Läufer vor. Dabei werden die schwarzen Felder entsprechend der Augenzahl von links beginnend gezählt (a1, c1, e1, g1). Da die Würfe 5 und 6 keine Entsprechungen haben, werden sie wiederholt.
- in der selben Weise wird anschließend der weiße Läufer positioniert, hierbei entsprechen die Felder b1, d1, f1, h1 den Würfen 1 ,2, 3, 4
- der nächste Wurf gibt, wieder von links gezählt, die Position der Dame auf den verbliebenen freien Feldern an.
- die nächsten Würfe positionieren die Springer auf den verbliebenen freien Feldern, für den ersten Springer muss eine 6 erneut geworfen werden, für den zweiten 5 und 6.
- zum Schluss wird ein weißer Turm auf das von links erste freie Feld gestellt, der König auf das zweite und ein Turm auf das verbliebene letzte Feld.
Diese Methode erzeugt alle möglichen 960 Eröffnungspositionen mit gleicher Wahrscheinlichkeit. Eine dieser Positionen ist die normale Schacheröffnungspostion, die dann zu einem
normalen Schachspiel führt.
Diese Methode gibt auch eine einfache Anweisung zur Berechnung der maximal möglichen Anzahl an Eröffnungspositionen. Jeder Läufer hat 4 mögliche Positionen, die Dame 6, und die Springer 5 bzw. 4. Damit ergeben sich 4×4×6×5×4 = 1920 mögliche Eröffnungspositionen. Da die Springer nicht unterscheidbar sind ist diese Zahl noch zu halbieren, was dann zu 960 Möglichkeiten führt.