Ist die Eröffnungsstellung erst einmal gefunden, wird ein ganz normales Schach gespielt. Alle Figuren müssen den aus dem normalen Schach bekannten Regeln folgen und Ziel des Spiels ist, den gegnerischen König matt zu setzen.
Wie im normalen Schach, ist es auch im
Fischer Random Chess jedem Spieler einmal pro Spiel erlaubt zu rochieren. Da die Positionen des Königs und der Türme nicht den regulären Positionen entsprechen müssen, muss die Rochade neu definiert werden:
- rochiert der König in Richtung der a-Linie (lange Rochade), so steht er nach der Rochade auf der c-Linie, der rochierende Turm auf der d-Linie
- rochiert der König in Richtung der h-Linie (kurze Rochade), so steht er nach der Rochade auf der g-Linie, der rochierende Turm auf der f-Linie
- entgegen der sonst üblichen Einschränkung, dass der König bei der Rochade kein besetztes Feld überschreiten darf, darf er beim Fischer Random Chess das Feld überschreiten, auf dem der rochierende Turm gestanden hat. Dies ist die allerdings auch die einzige Figur, deren Platz der König bei der Rochade überqueren darf.
Das bedeutet, dass die Endpositionen, der beteiligten Figuren jeweils genau denen der zugehörigen Positionen im normalen Schach entsprechen.
Wie auch im normalen Schach wird empfohlen, dass der Spieler eine Rochade ankündigt, um Missverständnisse bezüglich des gewollten Zuges zu vermeiden.
Zusammenfassend bedeutet dies:
- entspricht die Eröffnungsposition der des normalen Schach, so sind auch die normalen Rochaderegeln gültig
- alle Felder zwischen König und rochierendem Turm müssen frei sein
- durch die Rochade kann keine Figur geschlagen werden
- König und Turm können keine Figuren überspringen, außer sich gegenseitig
- jeder Spieler kann höchstens einmal pro Spiel rochieren
- wenn ein Spieler den König oder beide Türme gezogen hat, ohne zu rochieren, kann er für den Rest des Spiels nicht mehr rochieren
- in einigen Eröffnungspositionen können nach der Rochade Positionen besetzt sein, die beim normalen Schach frei sein müssen (zum Beispiel kann die a-Linie nach der großen Rochade besetzt sein)
- in einigen Eröffnungspositionen kann es vorkommen, dass nur der Turm oder der König bei der Rochade gezogen wird
- der König darf weder vor noch nach der Rochade im Schach stehen
- der König darf kein bedrohtes Feld überqueren
Der Rochadevorgang
Beim Spiel mit einem menschlichen Gegner an einem physischen Brett, wird empfohlen, dass der König bei der Rochade erst außerhalb des Bretts neben sein zukünftiges Feld gestellt wird, dann der Turm auf seine Endposition gesetzt und abschließend der König auf seine Endposition gesetzt wird. Dies Regel ist leicht zu befolgen und zeigt den geplanten Zug unmissverstandlich an.
Eric van Reem merkte an, dass es auch andere Möglichkeiten gibt die Rochade auszuführen:
- muss nur der Turm bewegt werden, kann der Zug einfach ausgeführt werden
- muss nur der König bewegt werden, kann der Zug einfach ausgeführt werden
- man kann beide Figuren in beliebiger Reihenfolge aufnehmen und auf ihren Endpositionen absetzen
- man kann erst den König auf sein neues Feld setzen, anschliesend den Turm, oder umgekehrt. Wird das Zielfeld durch die andere Figur blockiert, so bewegt man diese zuerst (Anmerkung: steht der König auf d1 und der Turm auf a1 oder b1, so kann eine über Kd1-c1 eingeleitete Rochade zu einem Missverständniss führen, da dieses bereits ein gültiger Zug ist!)
Im Gegensatz dazu legt Reinhard Scharnagl Wert darauf, dass die Rochade ein Königszug ist und daher der König immer zuerst bewegt werden sollte.
Generell ist es angebracht eine Rochade anzukündigen um Missverständnissen vorzubeugen. Wird mit einer Schachuhr gespielt, so kann der Druck auf die Uhr als Zeichen genommen werden, dass der Zug jetzt vollständig ist.
Bei Spielen am Computer ist normalerweise ein gesondertes Menuitem oder ein Button für die kurze und lange Rochade vorhanden. Auch erkennen gute Schachprogramme bei einigen Zügen des Königs, dass nur eine Rochade gemeint sein kann, und komlettieren den Zug von sich aus. Nicht jedes Schachprogramm kann die Rochaden im
Fischer Random Chess korrekt handhaben.
Falls elektronische Schachbretter, die anhand von Sensoren die Positionen der Figuren erkennen, verwendet werden, sollte man erst König und Turm vom Brett nehmen und sie anschließend auf ihre neuen Positionen stellen.
Mehrdeutigkeiten der Rochaderegeln
Viele Publikationen der Rochaderegeln sind unglücklicherweise mehrdeutig. Zum Beispiel schreiben die Erstpublikationen von Eric van Reem und chessvariants.com nicht vor, dass die Felder zwischen dem König und seiner neuen Position frei sein müssen. Als Resultat meinten einige Spieler, die sich auf diese Publikationen stützten, dass der König bei der Rochade andere Steine überspringen könne.
2003 befragte David A. Wheeler viele aktive
Fischer Random Chess Spieler, unter ihnen Eric van Reem, Hans-Walter Schmitt und R. Scharnagl, um die exakten Regeln zu ermitteln. Alle waren sich einig, dass der König kein besetztes Feld queren dürfe, mit Ausnahme des Feldes des rochierenden Turms.