Die Eröffnungsposition muss nicht unbedingt zufällig sein. Es kann zum Beispiel eine Turnieraufstellung festgelegt worden sein, oder die Spieler einigen sich auf eine Eröffnungsposition.

Edward Northam empfahl folgendes Vorgehen um die Eröffnungsposition ohne Hilfsmittel erzeugen zu können:

  1. Läufer, Springer und Dame werden aussortiert
  2. Die Spieler - Schwarz zuerst - nehmen abwechselnd nach Belieben eine der Figuren und stellen sie auf einen freien Platz. Die einzige Einschränkung ist, dass der zweite Läufer nicht auf der selben Farbe aufgestellt werden darf, wie der erste
  3. Nachdem alle 5 Figuren plaziert wurden, wird der König auf das mittlere der 3 verbleibenden freien Felder gesetzt, die Türme auf die übrigen beiden.

Geschichte

Das erste Fischer Random Chess Turnier wurde in 1996 in Jugoslawien gespielt und wurde von Peter Leko gewonnen.

2001 wurde Leko erster Fischer Random Chess Weltmeister, durch einen Sieg gegen Michael Adams durch ein 8 Partien Match im Rahmen der Mainzer Schach-Classics. Es gab keine Qualifikation (die es auch bei den ersten normalen Schachweltmeisterschaften nicht gab), aber beide Spieler waren zu dieser Zeit unter den besten 5 der normalen Schach-Weltrangliste. Leko wurde ausgewählt, da er viele Neuerungen in die Schachtheorie eingebracht hatte und wegen seines vorjährigen Turniersieges. Dazu hatte er mit Fischer selbst Fischer Random Chess gespielt. Adams wurde gewählt, weil er die Weltrangliste im Blitzschach anführte und als extrem starker Spieler in ungewöhnlichen Situationen galt. Das Match endete denkbar knapp mit 4,5 - 3,5.

2002 wurde in Mainz ein Fischer Random Turnier abgehalten, das 131 Spieler anzog und von Peter Svidler gewonnen wurde. 2002 wurde Fischer Random Chess auch von ChessVariants.com "Recognized Variant of the Month" für April 2002 gewählt und der jugoslawische Großmeister Svetozar Gligoric veröffentlichte sein Buch Shall We Play Fischerandom Chess?, das dieser Variante zu mehr Popularität verhalf.

Beim Mainzer Schach-Classic 2003, schlug Svidler Leko in einem 8 Partien Match um den Weltmeistertitel mit 4,5 - 3,5. Das offene Schach960 Turnier zog 179 Spieler an, darunter 50 Großmeister. Es wurde von Levon Aronian, dem Juniorenweltmeister von 2002, gewonnen. Er wird als Svidlers Herausforderer auf die Mainzer Schach-Classics 2004 eingeladen werden.

[2004] Peter Svidler verteidigte im Rahmen der Mainzer Chess Classic seinen Weltmeistertitel gegen Levon Aronjan durch einen 4,5:3,5-Erfolg. Beim offenen Chess960-Turnier (dem FiNet-Open) nahmen 207 Schachspieler teil. Sieger wurde Zoltan Almasi aus Ungarn, der damit im kommenden Jahr gegen Peter Svidler um den Weltmeistertitel spielt.

Namensgebung

Diese Schachvariante ist unter verschiedenen Namen bekannt. Unter den ersten Namen die ihr gegeben wurden sind Fischer Random Chess und Fischerandom Chess.

Hans-Walter Schmitt (Vorsitzender der Frankfurt Chess Tigers e.V.) ist ein Verfechter dieser Schachvariante und er startete die Suche nach einem neuen Namen, der die folgenden Voraussetzungen erfüllen sollte:

  1. er sollte keinen Bestandteil des Namens eines Großmeisters tragen
  2. er sollte keine negativ besetzten oder schwammigen Begriffe wie Random oder Freestyle enthalten
  3. er sollte weltweit verstanden werden
Als Ergebnis dieser Suche wurde der neue Name Chess960 gefunden, abgeleitet von der Zahl möglicher Eröffnungspositionen.

R. Scharnagl, ein anderer Verfechter dieser Variante verwandte ständig den Begriff FullChess. Er glaubt das der Begriff FullChess diesen Anforderungen ebenfalls genügt und das er die vollständige Einbettung des traditionellen Schachs betont.

Derzeit sind die Begriffe Fischer Random Chess oder Fischerandom chess gebräuchlicher als die neuen Namen.