Der Vao gehört zu den chinesischen Märchenschachfiguren. Schlagfrei zieht er wie ein Läufer. Zum Schlagen (ebenfalls in diagonaler Richtung) benötigt er einen übersprungenen Stein, wobei sich der geschlagene Stein in beliebiger Entfernung zum übersprungenen Stein befinden kann.
Transmitter
Es gibt zwei Transmitter, welche sich auf jedem Feld, auf dem sich nicht der andere Transmitter befindet, aufhalten können. Der Transmitter gehört keiner der Spielparteien, sondern es kann – als eigener Zug – einer der beiden Transmitter auf ein beliebiges anderes Feld (außer auf dem durch den anderen Transmitter belegten) versetzt werden, auch wenn sich dort andere Figuren befinden.
Technisch wird der Transmitter durch einen Ring oder durch eine notfalls unter andere Figuren gelegte flache Scheibe realisiert. In der Grundstellung werden die beiden Transmitter in den Mitten der Königslinie aufgestellt (e4,e5).
Befindet sich eine eigene Figur auf einem Transmitter, so kann sie an den Ort des anderen Transmitters gezogen werden. Befindet sich dort eine eigene Figur, so tauschen diese Platz. Befindet sich dort eine feindliche Figur, so wird sie geschlagen (es gibt jedoch auch Vereinbarungen, nach denen auch diese Figur bloß Platz tauscht). Transmitter selbst können nicht geschlagen werden.
Burgfried
Es gibt genau einen Burgfried, welcher keinem Spieler gehört und sich zu Spielbeginn nicht auf dem Spielbrett befindet. Er kann sich auf jedem Feld befinden, unabhängig davon, ob und welche Figuren sich darauf befinden, Technisch wird er durch einen Ring oder eine flache Scheibe realisiert.
Ein Spieler kann in seinem Zug den Burgfried auf ein beliebiges (freies oder beliebig besetztes) Feld setzen (er "baut den Burgfried") oder auch vom Spielbrett entfernen (er "reißt ihn ab"). Der Burgfried kann nach dem Setzen in den beiden folgenden Halbzügen nicht nochmals versetzt werden (A baut den Burgried, B kann diesen nicht ziehen/bauen, A ebenfalls nicht, ab jetzt können beide ziehen/bauen).
Eine Figur kann auf zwei Arten in den Burgfried gelangen:
- Der Burgfried wird auf ihr gebaut (dann ist sie "eingekerkert")
- Sie ist auf das Feld des Burgfriedes gezogen (sie hat sich "verbarrikadiert").
Eine Figur, welche sich auf dem Feld des Burgfriedes befindet, kann nicht geschlagen werden (sie befindet sich "im Burgfried"). Wurde sie "eingekerkert" (dh. der Burgfried auf sie gesetzt), kann sie auch nicht schlagen, hat sie sich "verbarrikadiert" (dh. sie ist in einem Zug auf das Feld des Burgfriedes gezogen) jedoch schon.
Neue Regeln
In diesen Varianten des Märchenschachs wird mit herkömmlichen Figuren auf herkömmlichen Bretten gespielt, nur werden die Zug- (und damit die Schlagregeln) und/oder das Spielziel geändert.
Zu den bekanntesten dieser Variationen gehört das Räuberschach, wo das Spielziel die vollständige Vernichtung der eigenen Figuren ist (mit Schlagzwang).
Apartheid (Rassentrennung)
Bauern ziehen und schlagen wie Könige, jedoch ausschließlich gegnerische Bauern. Figuren können nur Figuren schlagen. Es gibt keine Wandlung eines Bauern beim Erreichen der gegnerischen Grundlinie.
Gleichberechtigung
Das Spiel gilt erst als gewonnen, wenn Dame und König (beide) geschlagen wurden
Emanzipation
An Stelle des Königs muß die Dame geschlagen werden
Teleportation
Zusätzlich zur (oder je nach Vereinbarung an Stelle der) Rochade kann der eigene König mit einer beliebigen anderen eigenen Figur einmal pro Partie den Platz tauschen
Mühleneröffnung
Die Figuren werden nicht in einer fixen Aufstellung, sondern abwechselnd in beliebiger Reihenfolge auf beliebige Positionen der eigenen Hälfte aufgestellt. Während der Aufstellungsphase wird weder gezogen noch geschlagen.
Torus
Das Schachbrett wird nach links, rechts, oben resp. unten sich periodisch fortgesetzt gedacht, dh. ein Turm kann z. B. nach links "auswandern" und von rechts wieder "einwandern". Bei Überschreiten einer Spielbrettgrenze kann jedoch nicht unmittelbar geschlagen werden (sonst könnte mit dem ersten Zug der gegnerische König durch Überschreiten der Grundlinie geschlagen werden und das Spiel wäre sofort zu Ende), Es gibt keine Wandlung eines Bauern beim Erreichen der gegnerischen Grundlinie.
Musketier
Einmal pro Partie kann der König eine andere Figur (außer dem feindlichen König) "auf Distanz" schlagen, sofern sich diese diagonal oder
orthogonal in direkter "Schusslinie" ohne dazwischenstehende andere Figuren befindet, ohne dabei seine Position zu verändern.