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Kanurennsport
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Von Leon Wein
Veröffentlicht am 20.01.09
 
Einer-Kajaks im Rennen auf der Westdeutschen Kanurennsportmeisterschaft 2003 Kanurennsport ist eine Wassersportart, bei der man so schnell wie möglich eine festgelegte Strecke...

Einführung

Einer-Kajaks im Rennen auf der Westdeutschen Kanurennsportmeisterschaft 2003
Kanurennsport ist eine Wassersportart, bei der man so schnell wie möglich eine festgelegte Strecke auf einem geraden Gewässer mit einem Kanu zurücklegt. Dabei treten pro Rennen bis zu neun Kanuten auf mit Bojen gekennzeichneten Bahnen gegeneinander an. Der Kanute, der mit seinem Boot (genauer: mit dem Vordersteven des Kanus) als erstes die Ziellinie überfährt, hat das Rennen gewonnen.

Wettkämpfe

Der Deutsche Kanu-Verband legt in den nationalen Wettkampfbestimmungen die Boots- und Leistungsklassen sowie Streckenlängen für offizielle Wettkämpfe fest. Seit 1936 ist das Kanu-Flachwasserrennen auch Disziplin der Olympischen Spiele, nachdem es 1924 in Paris als Schauwettkampf vorgestellt worden war. Die erfolgreichste deutsche Olympionikin ist mit Birgit Fischer eine Kanutin.

In den Jahren ohne Sommerolympiade finden seit 1938 Weltmeisterschaften statt. Außerdem wird eine WeltCup-Serie durchgeführt. Dazu kommen weitere internationale Regatten. In Deutschland finden viele weitere kleine, mittlere und große Regatten für alle Kanurennsporttreibenden statt.

Boote

Es wird in den Bootsgattungen Kajak und Canadier gestartet. Die Bootsgattungen werden in folgende Bootsklassen unterteilt:

  • Einerkajak (K1, maximale Länge: 520cm, minimales Gewicht 12 kg)
  • Zweierkajak (K2, maximale Länge: 650cm, minimales Gewicht 18 kg)
  • Viererkajak (K4, maximale Länge: 1100cm, minimales Gewicht 30 kg)
  • Einercanadier (C1)
  • Zweiercanadier (C2)
  • Vierercanadier (C4)
  • Achtercanadier (C8)
Die Rümpfe müssen in Längs- und Querrichtung konvex (nach außen gewölbt) sein. Die früher vorhandende Mindestbreite für die Boote wurde 2002, aufgrund von immer abenteuerlicheren Konstruktionen, mit "Flügeln", die dann geradeso die Mindestbreite erfüllten, aufgehoben. Der Wegfall der Mindestbreite gab den Bootbauern einen neuen Schwung und es werden immer optimiertere Bootformen entwickelt. Beschränkende Bestimmungen sind im Moment noch die oben genannte kovexe Form, außerdem muß der Fahrer im Boot sitzen (nicht auf dem Boot) und der höchste Punkt des Bootes muß die Vorderkante der Sitzluke sein. Im Kajak starten Männer und Frauen. Der Canadier-Wettkampf wird in Deutschland nur von Männern bestritten. In Ländern wie Kanada oder USA gibt es auch vereinzelt Wettkämpfe für Frauen im Canadier. Der Achtercanadier ist eine nationale Spezialität Deutschlands. Er wird in der Regel auf internationalen Wettkämpfen nicht gefahren.

Olympische Disziplinen
Seit den Spielen von Barcelona gehört der Kanurennsport zu den wichtigsten Medaillenbringern im Team der deutschen Mannschaft. Zur Olympiade wird nicht in allen Disziplinen angetreten. Die aktuellen Disziplinen sind:

  • Herren Kajak
    • 500m K1, K2
    • 1000m K1, K2, K4
  • Damen Kajak
    • 500m K1, K2, K4
  • Herren Canadier
    • 500m C1, C2
    • 1000m C1, C2
In früheren Zeiten gab es auch Staffelrennen bei dem jeweils vier Boote pro Team nacheinander in gegenläufiger Richtung gestartet sind.

Leistungsklassen

Um den Sportlern die Möglichkeit zu geben, sich mit Gleichaltrigen zu messen, werden die Wettkämpfe in Leistungsklassen unterteilt. Neben der grundsätzlichen Unterscheidung Frauen/Männer, starten die Rennen in folgenden Klassen:

  • Schüler B (10 bis 12 Jahre)
  • Schüler A (13 bis 14 Jahre)
  • Jugend (15 bis 16 Jahre)
  • Junioren (17 bis 18 Jahre)
  • Leistungsklasse (19 bis 31 Jahre)
  • Altersklasse A (32 bis 39 Jahre)
  • Altersklasse B (40 bis 49 Jahre)
  • Altersklasse C (ab 50 Jahre)
Außerdem besteht die Möglichkeit, für Sportler im Alter von 7 bis 9 Jahren (Schüler C) Schülerspiele durchzuführen. In diesen Schülerspielen werden unterschiedliche Leistungen erbracht, wie das Abfahren eines Geschicklichkeitspacours mit einem Kanu und ein Laufwettkampf. Die Ergebnisse der Einzelleistungen führen dann zu einer Gesamtwertung der Teilnehmer.

Strecken

Bei den Wettkämpfen können Rennen über folgende Strecken gewertet werden:

  • Sprintstrecke (200 m)
  • Kurzstrecke (500 m)
  • Mittelstrecke (1000 m)
  • Langstrecke (2000 m für weibl. und männl. Schüler B)
  • Langstrecke (6000 m für Damen Leistungsklasse)
  • Langstrecke (ab 6000 m für Herren Leistungsklasse) [10.000 m-Wettbewerbe werden auf kreisrunden Strecken ausgetragen.]
Streckenlängen von über 10.000 zählen zum Kanumarathon.

Training

Das Training zu diesem Sport wird in der Regel in Sportvereinen vor Ort angeboten. Überall dort, wo es vorhandene Gewässer erlauben (Flüsse, Seen, Kanäle) gibt es häufig auch Kanusportvereine. Neben dem Training im Boot, in dem Technik und Ausdauer geschult werden, werden die Sportarten Laufen und Krafttraining genutzt, um den Körper des Kanuten auszubilden und eine einseitige Belastung zu vermeiden. Im Winter, wenn die Gewässer zugefroren sind, wird außerdem Hallensport betrieben oder auf speziellen Paddelergometern trainiert.