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PEFC
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Von Tobias Feld
Veröffentlicht am 22.01.09
 
PEFC ist ein zunächst auf Europa bezogenes Waldzertifizierungssystem mit dem Namen Pan-European Forest Certification.

Einführung
PEFC ist ein zunächst auf Europa bezogenes Waldzertifizierungssystem mit dem Namen Pan-European Forest Certification.

Es hält sich an die Vereinbarungen die durch eine Ministerkonferenz in Helsinki festgelegt wurden. PEFC wurde gegen Ende der 90er Jahre als Gegenkonzept zum FSC-Zertifizierungsystem gegründet. Im PEFC-System haben die verschiedenen Waldbesitzformen 50% der Stimmrechte. Sozialverbände oder Umweltorganisationen haben zwar eine begrenzte Stimmzahl, sind jedoch aufgrund der Mehrheit(?) der Waldbesitzer auf die Funktion von Beobachtern beschrängt. Daher haben sich wichtigen Organisationen wie IG BAU, IG Metall oder Greenpeace, WWF, Nabu sowie BUND aus der Mitarbeit auf nationaler Ebene komplett zurückgezogen bzw. nicht beteiligt. Diese Institutionen besitzen anderswo bequemere Einflussmöglichkeiten.

Mittlerweile hat sich PEFC umgenannt in Programm for Endorsment of Forest Certification Schemes.

Die Waldstandards des PEFC sind national stark unterschiedlich, ein gemeinsames Mindestmaß ist wie bei anderen Zertifizierungssystemen nicht erkenntlich (eine nach den FSC-Kriterien in Skandinavien zulässige Bewirtschaftung ist in Deutschland ohne jede Zertifizierung gesetzlich verboten).

Die Kontrollverfahren sind ebenso national unterschiedlich. Beispielsweise wird beim schweizerischen PEFC-System, das Q-Label, vor Zertifikatsvergabe jeder Betrieb kontrolliert, in Deutschland wird das Zertifikat umgehend nach der Einsendung einer Selbstverpflichtungserklärung ausgestellt. Es erfolgen jährliche Stichproben auf 10% der zertifizierten Fläche, dazu kommen Nachkontrollen bei zuvor auffälligen Betrieben. Die jährlichen 10% sind im Hinblick auf die langen Produktionsräume und die geltenden Gesetze zu bewerten.

Für den Holzfluss vom Wald zum Verbraucher hat das PEFC-System eine Produktkettenzertifizierung entwickelt. Darin sind drei Möglichkeiten vorgegeben: entweder die physische Trennung, die Einhaltung von bestimmten Prozentwerten oder eine InputOutput-Bilanzierung. Bis Ende 2003 bestand noch die wundersame PEFC-Holzvermehrung: Holz, welches nach der Einhaltung von bestimmten Prozentwerten gekennzeichnet wurde, ist in den nächsten Produktionsschritt wiederrum als 100%-PEFC-Holz eingegangen. Dort konnte wiederum nach den Prozentregeln gekennzeichnet werden und so weiter. Diese Regelung läuft aus, jedoch bestehen noch Zertifikate bis 2007, die derartig vorgehen dürfen. Verbraucherbetrug wird daher dem PEFC vorgeworfen.

Seitens von Umweltorganisationen wird dem PEFC-System Greenwashing (analog zu Geldwäsche) vorgeworfen. Endkundenhändler akzeptieren PEFC-Produkte vielfach nicht, da das PEFC-Siegel nicht glaubwürdig ist, von Verbraucherschützern kritisch betrachtet, von Test-Organisationen (bspw. Ökotest) schlecht beurteilt und als Eigenzertifizierung betrachtet werden kann. Dem zu Folge sind PEFC-Produkte fast nicht in den Märkten zu finden.

Nach [1] sind deutschlandweit 5,7 Mio. ha nach PEFC zertifiziert, 0,2 Mio. ha nach FSC. 50% des Holzbedarfs Deutschlands werden importiert. PEFC ist also mehr als "fast nicht" in den Märkten zu finden? Selbst wenn 100% des Imports anders oder nicht(!) zertifiziert wäre, wäre diese Behauptung nicht haltbar. Ökobilanz/Holz/Transportentfernung? Wesentlich interessanter als der Flächenvergeleich (und dummer Grabenkämpfe) ist folgende Aussage: "Zertifizierung hat bis heute sein [ihr?] Primärziel, nämlich der weltweiten Zerstörung von Tropenwald Einhalt zu gebieten, nicht erreicht. Sie ist daher primär ein Marketinginstrument."