Schacheröffnung
- Von Tobias Lesch
- Veröffentlicht 09.06.08
- Schach
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Bewertung:
Nicht bewertet
Geschichte
Die Geschichte der Schacheröffnungen beginnt mit dem Großvater des Schachspiels, dem indischen Spiel Tschaturanga. In Tschaturanga zogen einige der heutigen Figuren noch nicht so, wie wir es heute gewohnt sind. Die Bewegungsmöglichkeiten waren sehr viel geringer, so dass in der Regel bis zu 20 Züge notwendig waren, bevor eine Feindberührung überhaupt möglich wurde.
Tschaturanga entwickelte sich in Persien weiter zu Shatranj. Bei Shatranj kam die Neuerung hinzu, dass Meisterspieler so genannte Tabijen entwickelten, das heißt es wurden Figurenaufstellungen kreiert, die ein Aufeinandertreffen der Parteien bereits mit dem ersten Zug möglich machten, jedoch waren die Tabijen so ausgeklügelt, dass keine Partei von Anfang an einen Vorteil besaß. In diesen Tabijen ist die Grundidee zu der heutigen Eröffnungslehre zu suchen.
Schach, in der Form wie es heute gespielt wird, gibt es in dieser Form erst seit 300 Jahren. Die Bewegung einiger Figuren ist neu, die Dame zieht weiter, die Läufer ebenso - und zuletzt kamen sogar noch solche Spezialzüge wie die Rochaden, das Schlagen en passant und der Doppelschritt des Bauern hinzu. Tabijen haben in unserer heutigen Zeit ihren Sinn verloren, denn die Figurenaufstellung wird durch jeden Spieler selber bestimmt, wobei sich die gegnerischen Parteien gegenseitig beeinflussen, was den Hauptgrund für die heute notwendige Eröffnungslehre bildet.
Früher meinte man, dass man in der Eröffnung unbedingt danach streben sollte, das Zentrum - das sind die Felder d4,d5,e4,e5 - mit Bauern zu besetzen, um so die Herrschaft über das Zentrum zu erkämpfen. Folgerichtig begannen die meisten Schachpartien mit den Zügen e4,e5 beziehungsweise d4,d5 (Damengambit). Mit dieser Auffassung verbindet man insbesondere den Namen des Schachmeisters Tarrasch.
Später gelangte man zu der Auffassung, dass es ja eigentlich darum geht, das Zentrum zu kontrollieren - ohne es zwingend mit Bauern zu besetzen. Dabei erlangten unter anderem die indischen Eröffnungen an Bedeutung. Beispielsweise versucht Schwarz in der Königsindischen Eröffnung mit Sf6,g6,Lg7,d6 Einfluss auf das Zentrum zu gewinnen. Diese so genannten hypermodernen Ideen stammten unter anderem von den Schachmeistern Reti, Nimzowitsch und Breyer.