



Sind Sie aber-gläubig?
Nein, ich meine nicht Freitag, den 13. Oder die schwarze Katze, die von rechts nach links laufend Glück bringen soll oder den Schornsteinfeger, der Glück bringt, wenn man ihn anfasst. Ich meine eine andere Art von Aber-Glauben.
Aber ist eines der am meisten gebrauchten Worte, das wir sorgsam kultivieren. Ich denke dabei an solche Sätze wie:
Mir geht’s ganz gut, aber
Ich würde das gerne machen, aber
Ich will ja nicht meckern, aber
Ich fand das ganz nett, aber
Wir sind es so gewohnt ABER zu glauben, dass wir, wenn das ABER auftaucht, uns keine Zeit mehr geben, das
Wesentliche einer Aussage bewusst wahrzunehmen und es ohne ein ABER anzunehmen.
Haben Sie nicht beim Lesen meiner Frage, ob Sie abergläubig sind, sofort gedacht: Aber ich doch nicht. Oder so ähnlich? Das haben Sie möglicherweise gedacht, bevor Ihnen bewusst werden konnte, dass es hier um Aber-Glaube und nicht um Aberglaube geht.
Der Glaube versetzt Berge. Das wissen wir alle. Warum tut er das?
Der Glaube, also etwas glauben, von etwas überzeugt sein, lässt unsere Zweifel draußen. Das gibt uns Kraft,
Motivation und stärkt das eigene Selbstwertgefühl. Das ABER hingegen versetzt keine Berge, sondern setzt
uns die Berge als Hindernisse direkt vor die Nase.
Das richtet mehr Unheil an als es jeder Aberglaube kann.