2008 war ein Jahr, welches zwar für Börsianer höchst unerfreulich, für die Nutzer von Tages- oder Festgeldkonten aber überaus interessant war. Mit Zinsen von vier Prozent und mehr hatten besagte Spareinlagen bis in den Oktober 2008 hinein ähnliche Renditen wie Bundes- oder erstklassige Unternehmensanleihen. Die Verwerfungen der Finanzkrise haben jedoch dazu geführt, dass wir kaum ein dreiviertel Jahr später eine gänzlich andere Situation haben.

Der Leitzins ist von über vier auf ein historisch niedriges Niveau von einem Prozent gesunken (das niedrigste Zinsniveau seit Bestehen der EZB) und auch die Interbankenzinssätze haben sich auf eine rasante Talfahrt gemacht. Bekamen Banken für untereinander ausgeliehenes Tagesgeld im Oktober vergangenen Jahres noch 4,50 Prozent und mehr, so ist dieser Zinssatz derzeit auf 0,50 bis 0,80 Prozent gesunken.

Dies bedeutet, dass sich die Banken untereinander zu günstigeren Konditionen Geld leihen, hat aber für Sparer den gravierenden Nachteil, dass sich die Verzinsung täglich verfügbarer und flexibel verzinster Spareinlagen natürlich ebenfalls drastisch reduziert hat. Einzig Festgeldanleger, die ihre Konten im letzten Jahr eröffnet haben, sehen der aktuellen Situation noch gelassen entgegen, gelten ihre Zinsen doch für die gesamte vereinbarte Anlagedauer.

Interessant für Anleger ist jetzt, wie schnell die Wirtschaft wieder Fuß fasst und die Geldmittel der zahlreichen Konjunkturpakete ein Anziehen der Inflation bewirken. Erst mit steigenden Leit- und Interbankenzinsen wird sich auch die Verzinsung täglich verfügbarer Spareinlagen wieder erholen.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass dies 2010 der Fall sein könnte, wenn die Finanzkrise langsam ihr Ende und die Volkswirtschaften aus der Rezession herausgefunden haben. So müssen Sparer also noch ein wenig Geduld mitbringen, bis sie ihr Geld wieder sicher und trotzdem gut verzinst anlegen können.