Alle Jahre wieder lockt das Oktoberfest zu München – und das schon seit 1810 – Millionen von Besuchern an. Jahr für Jahr werfen sich auch zahlreiche Promis in Lederhose und Dirndl, um zu sehen, aber vor allem um gesehen zu werden. Prominente Männer, die sich in der Lederhose auf die Wiesn trauten, waren zum Beispiel Boris Becker (noch 2008 gesichtet mit Sandy Meyer-Wölden, der aktuellen Flamme von Comedian Oli Pocher) und Larry Hagman, seines Zeichens US-Schauspieler, der 2008 in Begleitung seiner Ehefrau Maj (die im Dirndl erschien). Andere prominente Männer hingegen erschienen in langer Trachtenhose, wobei ihre Begleitung stets im Dirndl auftraten.
Während das Dirndl einst die Dienstbekleidung der Mägde war und um 1870 herum gesellschafts- und damit auch Wiesn-fähig wurde, hat die Lederhose eine sehr lange Tradition im Bereich der Trachten hinter sich. Wobei in diesem Zusammenhang ausdrücklich zu erwähnen ist, dass Dirndl keine Trachten ist, sondern nur Trachtenmode. Das Tragen der Lederhose in der Alpenregion reicht jedoch bis ins frühe Mittelalter zurück (nachweislich ab dem 6. Jahrhundert erwähnt), wobei dieses Kleidungsstück eindeutig den Trachten zuzuordnen ist. Dabei war die Lederhose zunächst auch die typische Arbeitsbekleidung der Bauern. Ein Grund hierfür war ihre einfache Reinigung. Einzug am bayrischen Königshof und dem österreichischen Kaiserhof hielt die Lederhose schon lange vor dem Dirndl, und zwar schon mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. So trugen zum Beispiel Kaiser Franz Josef und auch andere Mitglieder des Kaiserhauses und auch zahlreiche Wittelsbacher Prinzen die Lederhose, und zwar nicht nur bei der Jagd. Bevorzugt waren dabei die schicklicheren Modelle, die also knapp über dem Knie enden. Von den echten Wiesn-Buam wird heute allerdings häufig die kürzere Form getragen.