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Billard
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Von Boris Gromhatov
Veröffentlicht am 02.08.08
 
Das Billard beschreibt ein Ballspiel, das üblicherweise zwei Personen gegeneinander spielen.

Einführung
Das Billard beschreibt ein Ballspiel, das üblicherweise zwei Personen gegeneinander spielen.

Es wird auf einem Tisch gespielt, mit Kugeln und einem Spielstock, dem Queue. Die Tische sind mit einem Stofftuch bezogen. Dieses Tuch sorgt für eine definierte Reibung zwischen Kugel und Spielfläche und ermöglicht dadurch ein kontrolliertes Positionsspiel, in dem die Kugeln eine vorhersagbare und beeinflussbare Bahn beschreiben und nicht unkontrolliert herumrollen. Billard ist allgemein als Freizeitsport sehr bekannt und beliebt. Gerade in Kneipen und Spielhallen wird es viel gespielt. Leider ist die Vermarktung dieses Präzisionssports etwas missraten. Oft wird dargestellt, dass man vorwiegend in verruchten Kneipen um viel Geld spielt. Filme wie "Haie der Großstadt" (Jungstar Paul Newman) oder die Neuverfilmung "Die Farbe des Geldes " mit ebenfalls Paul Newman und Tom Cruise prägen bis heute das Image des "Zockersports".

Die Fertigkeit und Kunst, die hinter solch einem Sport steht, kann man nicht verfilmen, man muss es erleben.

Billardstöße
Es gibt mehrere Billardstöße. Zunächst ist zwischen einem Stoß, der exakt in der Mitte die weiße Kugel trifft, und einem Effetstoß zu unterscheiden. Bessere Spieler spielen die weiße Kugel nur selten exakt in der Mitte an, da mit Effet der Lauf der weißen Kugel genauer zu beeinflussen ist.

Trifft man die Kugel in der (vertikalen und horizontalen) Mitte, so schiebt man die weiße Kugel zunächst ein wenig, nach kurzer Laufdistanz beginnt sie jedoch wegen der Reibung auf dem Tuch zu rollen. Ein Stoß, der die weiße Kugel außerhalb der´Mitte trifft, führt zu einer Drehung der Kugel um ihre eigene Achse. Zusätzlich zum Impuls, mit dem man die Laufrichtung bestimmt, versetzt man die Kugel in Rotation. Je nachdem, wo man die Kugel trifft, hat dies unterschiedliche Wirkungen:

Oberhalb der Mitte: Die weiße Kugel wird, nachdem sie eine andere Kugel gerade getroffen hat, dieser nachlaufen. Daher spricht man bei diesem Stoß von einem Nachläufer.

Unterhalb der Mitte: Die weiße Kugel wird nach dem geraden Auftreffen auf eine andere Kugel in die entgegengesetzte Richtung, also zurück, laufen. Daher spricht man bei diesem Stoß von einem Rückläufer.

Rechts oder links der Mitte: Die weiße Kugel wird nach geradem Auftreffen auf eine Bande nicht gerade zurücklaufen. Dieser sog. seitliche Effet ändert den Winkel zu der Seite, auf der man die weiße Kugel angespielt hat.

All diese Möglichkeiten lassen sich kombinieren, um bspw. der weißen Kugel nach dem Versenken einer anderen Kugel eine ganz bestimmte Laufrichtung zu geben. Nur so lassen sich exakte Positionen erreichen, um das Spiel fortzusetzen.

Weiterhin gibt es sog. Trick-Shots. Diese bewirken, dass die Kugel bspw. einen Bogen beschreibt oder kurz von der Tischplatte abhebt. Hierzu wird die weiße Kugel mit einem Winkel von ~ 30 bis 90° von oben gestoßen. Es gibt jedoch Regeln, die diese Trick-Shots begrenzen.

Geschichte
Es gibt keine genauen Überlieferungen, wie genau und zu welcher Zeit Billard entstanden ist. Auch die verschiedenen Entwicklungsstufen sind nicht hundertprozentig nachvollziehbar. Man kann in etwa ab dem 17. Jahrhundert sagen, wie sich die Geschichte des Billards entwickelt hat. Es soll schon ähnliche Spiele 2000 vor Christus gegeben haben.

Im 13. Jahrhundert findet man auch immer wieder Hinweise auf ähnliche Ball- und Sportspiele. In dieser Zeit wurde aber noch auf dem Boden gespielt, die Kugeln schlug man noch mit einem Stock. Erst im 15. Jahrhundert spielte man auf Tischen, etwa im Jahr 1550. Der Pfandleiher Bill Knew spielte mit drei Kugeln auf einem Tisch. Er befestigte Leisten, damit die Kugeln nicht vom Tisch herunterfielen. Es entstand der Name Billard aus dem französischen Bille, was soviel heißt wie Kugel und aus dem Wort Art de Bille, frei übersetzt also Kunst der Kugeln. Daher übrigens auch der Name Queue als Ableitung aus dem Namen Knew. Es war eine neue Zeit geboren, das Ballspiel auf dem Tisch, heute genannt Billard. Die Möglichkeiten waren natürlich beschränkt, da der Billardstock gebogen war und die Kugeln auch nicht am Queue hafteten. Aus der Not heraus entwickelte man durch Zufall eine bahnbrechende Erfindung: das Leder für den Queue.

Das Queue hatte inzwischen (so ab ca. 1750) auch schon seine gerade Form gefunden. Ein Defekt am Queue reparierte der Franzose Mengaud, der seiner Zeit im Gefängnis eine Haftstrafe verbüßte, mit einem Stück Leder aus seinem Stiefel. Da die Queuespitze nun an den Bällen haftete, war es auf einmal möglich, auch mit Effet zu spielen. Seine Forschungen und Entwicklungen auf diesem Gebiet verhalfen ihm auch später zum Titel Professeur de Billard. Natürlich wurde immer weiter geforscht, und wird es auch heute noch. Das Billardspiel entwickelte sich, doch war es vor allem den Adligen vorbehalten. 1854 wurde das Spiel durch die Erfindung einer gummigepolsterten Bande von Michael Phelan revolutioniert.

Anfang 1900 wurden bereits erste Amateurweltmeisterschaften ausgetragen. Ebenfalls entstanden verschiedene Verbände, in erster Linie der Weltbillardverband. Die beiden Weltkriege warfen die Entwicklung wieder zurück. Heute kann man zum Glück sagen, dass es ein Spiel ist, das jeder kennt und das auch weltweit verbreitet ist. Mit der Zeit entstanden verschiedene Spielarten, die sich in durchaus grundlegenden Details voneinander unterscheiden.
  • Poolbillard
  • Snooker
  • Carambolage
    • Einband
    • Dreiband
    • Cadre, z. B. 47/2
    • Trickbillard
  • Kegelbillard

Berühmte Billardeure
  • Johann Gerhard Oncken war als Junge "marqueur des billards" im heute noch existierenden Gasthof "Hotel Victoria" in Varel und avancierte zum Gründer der deutschen Baptistengemeinden.