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Wunderworte
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Von Barbara Steldinger
Veröffentlicht am 05.09.09
 
Warum Erfolg manchmal auf sich warten lässt, liegt auch an unseren Worten.

Haben Sie Er-folg?


Sprache sagt viel mehr aus, als wir in der Regel so auf den ersten Blick erkennen.
Beginnen wir mit dem Erfolg. Zunächst einmal versteht jeder von uns etwas anderes unter Erfolg. Für den einen ist es ein volles Bankkonto, für den nächsten ist es eine bestandene Prüfung oder ein beendetes Projekt.

Er-folg heißt in jedem Fall, dass erst mal etwas geschehen  muß, damit etwas er-folgen kann. Erst die Handlung, dann folgt etwas. Das ist logisch, oder?
Mit Entwicklung isr das übrigens ganz genauso. Damit sich jemand oder etwas ent-wickeln kann, muß etwas ent-wickelt also von Schleiern oder verdeckenden Schichten befreit werden. Dann erst ist der Kern zu erkennen und Entwicklung kommt in Gange.

Auch beim Entdecken kann man zunächst etwas noch zugedecktes abdecken, ent-decken. Und schon ist das zu sehen, was da ist.

Enttäuschung, beispielsweise, ist ein wesentlich weniger negativer Begriff als es den meisten Menschen scheint. Umgangssprachlich ist Enttäuschung etwas dramatisches. Wenn ich jedoch eine Ent-täuschung erlebe, heißt das nur, dass ich einer Täuschung erlegen war und diese nun aufhört, ich bin ent-täuscht.

Und das ist eigentlich eine positive Nachricht, denn nun kann ich aufhören, mir weiter etwas vorzumachen, mich selbst zu täuschen.

Es steckt also viel mehr hinter manchen Worten als gedacht.