In der griechsichen Antike tritt der
Dualismus in mannigfaltiger Erscheinung auf, z.B.
- bei Anaxagoras als passiver Stoff und ordnender, gestaltender Nous
- bei Platon (Platonismus) als Materie und göttlicher Demiurg, vergängliche Erscheinungswelt und Urbild der ewigen Ideenwelt
- bei Aristoteles als Stoff, Materie als das bloß der Möglichkeit nach Seiende und Form, Prinzip als das Gestaltende, Verwirklichende
In Persien tritt der
Dualismus in der altpersischen religiös-moralischen Lehre des Zoroaster (6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) sowie in der alten chinesischen und indischen Naturphilosophie auf.
Überhaupt wird ein reiner und konsequenter
Dualismus selten angetroffen. Er kann sich auf einen psychologischen, kosmologischen, logischen, erkenntnistheoretischen, religlösen, ethischen und sozialen u.a. Bereich beschränken.
In einigen Volksbewegungen, die auf religiös-moralischen Prinzipien vom ewigen Gegensatz von Gutem und Bösem basierten, wirkte der
Dualismus revolutionär. Da die Manichäer (3. Jahrhundert bis 8. Jahrhundert), Paulikianer (9. Jahrhundert, Katharer (11. Jahrhundert bis 13. Jahrhundert),Bogomilen (10. Jahrhundert bis 14. Jahrhundert) und die russischen Strigolniki (14. Jahrhundert) die bestehende Kirche bzw. Hierarchie und die bestehende weltliche Herrschaft mit dem bösen Prinzip identifizierten und somit dagegen kämpften, brachten sie eine bestimmte Form des antifeudfalen Widerstandes zum Ausdruck.