In der Volkswirtschaftslehre ist "Kapital" einer der drei Produktionsfaktoren, neben "Arbeit" und "Boden". In der Kapitalismusanalyse von Karl Marx wird es als "geronnene Arbeit" bezeichnet.

Kapital ist ein Abstraktionsbegriff. Die Erde ist der Produktionsfaktor, Kapital beschreibt die Besitzverhältnisse. Es besitzt - wie andere Wirtschaftsgüter - die Eigenschaft der Knappheit. Aus der Eigenschaft der Knappheit entsteht der Kapitalzins. Der Kapitalzins ist die Nutzungsgebühr des Kapitals. Die Knappheit des Kapitals kann natürlichen Ursprungs sein oder künstlich erzeugt worden sein. Das Kapital wird nur gegen eine Nutzungsgebühr den Kapitalzins weitergegeben. Der Nicht-Kapitalbesitzer muß Arbeit gegen den Kapitalzins tauschen. Ist dieses Tauschverhältnis gestört, entstehen Wirtschaftskrisen. Der Kapitalbesitzer kann die Nutzung seines Kapitals auch verweigern. Er kann eine zu hohe Nutzungsgebühr verlangen oder die Nutzung völlig verweigern.

Da Kapital betriebswirtschaftlich (s. u.) Vermögen ist, kann es am Markt auf der Angebotsseite in wenigen Händen oder in einer einzigen Hand konzentriert sein ("Kapitalkonzentration"), tritt dann also als Oligopol oder sogar Monopol auf. Diese günstige Position kann als ein zusätzliches "Kapital" aufgefasst werden.

Gegenstandpunkt: Diese Kapitaldefinition ist nicht wirklich schlüssig und wie vieles in der VWL/BWL einfach schlecht analysiert. Wenn ich einen Fisch mit bloßen Händen fange, dann habe ich eine Wahre produziert, ohne Kapitaleinsatz, allein aus Boden und Arbeit. Also ist Kapital kein Produktionsfaktor! Kapital ist einzig und allein Geld, was vom Gläubiger (Kapitalist) gegen Zins an Unternehmer (Schuldner) verliehen wird. Dort taucht es dann auch völlig begriffskonform als Fremdkapital auf.