Kapital
- Von Silke Blank
- Veröffentlicht 13.08.08
- Wirtschaften
-
Bewertung:
Nicht bewertet
Soziologie
In der mehrdimensionalen Kultursoziologie von Pierre Bourdieu greifen diese Zuschreibungen im ökonomischen Sinne nur unzureichend. Denn hier ist Kapital eine Ressource von objektiven und subjektiven Strukturen und gleichzeitig ein grundlegendes Ordnungsprinzip der sozialen Welt. In der wissenschaftlichen Literatur wird der Begriff auch als Metapher für soziale Macht gebraucht. So klassifiziert Pierre Bourdieu zunächst nach: ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital und soziales Kapital, wobei das kulturelle Kapital noch in drei Unterformen unterteilt wird- objektiviertes, inkorporiertes und institutionalisiertes kulturelles Kapital. In verschiedenen Schriften Bourdieus wird auch der Begriff symbolisches Kapital im Kontext zum Lebensstil verwendet. Symbolisches Kapital ist am ehesten mit dem früher immanenten Begriff Prestige zu vergleichen. Verkürzt handelt es sich hier um die Widerspiegelung aller anderen Kapitalformen in einem distinktiven Lebensstil. Das symbolische Kapital erhält seinen Wert durch die Anerkennung des Kapitals (seiner verschiedenen Formen) im sozialen Feld.
Kulturelles und soziales Kapital können durch Aufwendung von ökonomischen Kapital erworben werden, womit dem ökonomischen Kapital eine primäre Funktion zugewiesen wird. Aber je nach der Positionierung einer Person bzw. Klasse im spezifischen sozialen Feld bzw. sozialer Raum ist auch die Bedeutung der jeweilgen Kapitalform verschieden. Beispielsweise nimmt im universitären Feld das kulturelle Kapital einen zentralen Stellenwert ein.