Die
Suggestibilität bezeichnet
die individuelle Beinflußbarkeit psychomotorischer und psychischer Funktionen, insbesondere von Gefühlsregungen, Wahrnehmungen, Urteils- und Denkprozessen durch Suggestionen.
Suggestibilität ist Ausdruck einer zeitweilig und situationsgebundenen fehlenden Selbständigkeit im Urteilen und Erinnern, einer Unsicherheit, die zu unkritischem und unreflektiertem Sich-zu-eigen-Machen suggestiv dargebotener Inhalte führt.
Eysenck unterscheidet drei Formen von Suggestibilität:
- 1. primäre Suggestibilität, die zu motorischen Reaktionen auf verbale Suggestionen führt
- 2. sekundäre Suggestibilität als Beeinflussung psychischer Funktionen auf Grund von Erwartungsenttäuschungen
- 3. Prestige-Suggestibilität als bereitwillige Übernahme autoritärer, prestige-geladener Auffassungen
Die Suggestibilität ist situationsabhängig und zeitinstabil. Sie ist erhöht bei Kindern, insbesondere im Vorschulalter, bei körperlicher Schwäche, Müdigkeit, sozialer Abhängigkeit, Schwachsinn und unter hypnotischem Einfluß.
Das Vorhandensein von Suggestibilität muß besonders in der Psychotherapie, in der Erziehung, bei der Menschenführung und als Störfaktor bei Vernehmungen berücksichtigt werden.