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Streetscooter macht E-Antrieb erschwinglich
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Von Anika Glowania
Veröffentlicht am 23.11.11
 
Elektroautos sind immernoch sehr teuer und durch ihre meist langen Ladezeiten zusätzlich unattraktiv. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen arbeitet mit Partnern aus der Wirtschaft gemeinsam an einer Lösung - der Streetscooter. Selbst Angela Merkel hat sich die Innovation schon angeschaut...

Streetscooter macht E-Antrieb erschwinglich

Ein Elektroauto zum Preis eines herkömmlichen Kleinwagens? Bisher war diese Vorstellung eher ein Wunschdenken. Mit dem unter der Leitung der RWTH Aachen entwickelten Streetscooter soll sich das aber bald ändern. Bei dem als Zweitwagen gedachte City-Flitzer soll lediglich der Akku noch extra abgerechnet werden, den der Kunde leasen soll.

 

Schon seit längerem sind die Automobilhersteller bestrebt, sparsame und gleichzeitig erschwingliche Fahrzeuge für die breite Masse zu bauen. Erst kürzlich ein neuer Honda Civic 2012 vorgestellt, der sich als ein äußerst ökonomisches Modell mit Verbrennungsmotor präsentiert. Der Streetscooter soll dem Elektromotor zum Durchbruch verhelfen und die alternativen Antriebe bezahlbar machen. Als Zweitwagen hat das Projekt – obwohl es ohne den nötigen Akku ausgeliefert wird – eine echte Chance.

 

Dabei hat der Kunde die Auswahl, den 30 kW starken E-Motor in einem Compactwagen, im Cabrio oder im Kombi zu nutzen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 105 km/h angegeben. Konventionelle Fahrzeuge, wie ein neuer Honda Civic, toppen diesen Wert zwar, aber für den urbanen Gebrauch ist er völlig ausreichend.

 

Hinter der Idee der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen stecken etwa 50 Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen. Um den niedrigen Preis auch realisieren zu können, muss der Kunde auf diverse Serienausstattung, die bei den gewöhnlichen Fahrzeugen zum guten Ton gehört, verzichten. Elemente wie elektrische Fensterheber sucht man im Streetscooter vergebens. „Hierzu haben wir unser Fahrzeugkonzept auf das Wesentliche reduziert“, erklärte Streetscooter-Sprecher Tobias Reil, weil bei „urbaner Mobilität wird der Kunde diese Reduktion nur unwesentlich spüren und nichts vermissen.“

 

Den Akku für den Elektromotor muss sich der Käufer allerdings leasen. Bis zu drei Energieträger können im Fahrzeug eingesetzt werden, was einer Laufleistung von 45, 90 oder 135 Kilometern entspricht. Alles ist dabei mit dem sogenannten „Concept Zeitgeist“ verbunden, bei dem nicht nur das Auto an sich in den Fokus genommen wird. „Wir wollen das Thema Elektromobilität insgesamt entwickeln, nicht nur das Fahrzeug“, verdeutlichte Reil die Bemühungen.

 

Auf der IAA wurde in diesem Jahr der erste Prototyp vorgestellt. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel stattete dem Stand der Streetscooter GmbH einen Besuch ab. 2013 sollen bereits die ersten 1000 Fahrzeuge vom Band laufen. 25 Mal so viele sollen es 2015 sein.