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Schweizer Post setzt auf Brennstoffzellenantrieb
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Von Anika Glowania
Veröffentlicht am 19.12.11
 
Immermehr Unternehmen erkennen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bezüglich des Umweltschutzes, besonders solche, die mit ihrer Mobilität Geld verdienen

Schweizer Post setzt auf Brennstoffzellenantrieb

Nicht nur hierzulande, sondern auch bei den Schweizer Nachbarn sind alternative Antriebe immer mehr im Kommen. Neben sparsamen Benzinern wie zum Beispiel dem Honda Civic 2012 werden sich vor allem Fahrzeuge mit Hybrid- oder E-Motor durchsetzen, sind sich Experten sicher. Als erstes Unternehmen in der Schweiz setzt PostAuto die Brennstoffzellen-Technologie im öffentlichen Verkehr ein. Bereits ab Fahrplanwechsel im Dezember fahren auf den PostAuto-Linien in und um Brugg die Brennstoffzellen-Postautos. Dabei wird der Langzeittest von verschiedenen Partnern wie dem Bundesamt für Energie und der Europäischen Union unterstützt.

 

PostAuto testet in den nächsten fünf Jahren den Brenstoffzellenantrieb und nutzt somit als erstes Schweizer ÖV-Unternehmen Wasserstoff als Treibstoff. Vor allem wegen des dichten PostAuto-Liniennetzes eignet sich Brugg gut für den Test. Betrieben werden die fünf Brennstoffzellenpostautos von der Voegtlin-Meyer AG, an dessen Standort in Brugg die fünf Fahrzeuge auch garagiert und betankt werden sollen.

 

Im Rahmen der Studie baut PostAuto in Brugg zudem in den kommenden Monaten die erste Wasserstofftankstelle für Busse in der Schweiz. Für Frühling 2012 ist deren Inbetriebnahme geplant, wobei jedoch zu Beginn nur die Brennstoffzellenpostautos betankt werden. Später sollen jedoch auch andere Fahrzeuge ihren Treibstoff über diese Säule tanken können.

 

Im Mittelpunkt des Langzeittests steht die ökologische Nachhaltigkeit. Daher wird der Großteil des Wasserstoffs bei der Brugger Tankstelle produziert und soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Sonnen-, Windenergie und Biomasseanlagen gewonnen werden. Wasserstoffzellen gelten als großer Konkurrent zu den Normalbenzinern, die auch durchaus sparsam sein können, wie ein neuer Honda Civic bereits beweist. Beim Fahren entstehen nämlich keine Abgase, weil lediglich Wasserdampf ausgestoßen wird. Auch die Lärmemissionen sind geringer als bei konventionellen Antrieben. Zudem gewinnen die Fahrzeuge beim Bremsen Energie zurück, die gespeichert wird und später zum Beispiel für Heizung oder Klimaanlage verwendet werden kann. PostAuto rechnet damit, während der fünfjährigen Testphase mindestens 2.000 Tonnen CO2 einzusparen.

 

Billig ist das Ganze jedoch nicht. Allein für die Beschaffung der fünf Fahrzeuge sind rund 11 Millionen Franken geplant. Dabei kann das Projekt nur dank finanzieller Unterstützung durch öffentliche Einrichtungen und in Zusammenarbeit mit bedeutenden Partnern aus Wirtschaft und Forschung umgesetzt werden.