Im Berufsleben geht so manches nicht unbedingt gerecht zu. Wie eine Studie bestätigt, verdienen Frauen in den meisten Fällen weniger als Männer in ähnlichen Positionen. Während sich die meisten Unternehmen oft nur Gedanken über Profit oder Sicherheit der Daten machen, wobei mit einem Aktenvernichter Büro mit Partikelschnitt ausgeholfen werden kann, ist es bisher ungewöhnlich ruhig um die Benachteiligung der Frau. Erstaunlicherweise, denn sonst wird schließlich gleich bei jedem kleinen Anlass protestiert. Aber möglicherweise hat man sich in Deutschland schon mit der Situation abgefunden und hält diese für normal. Es ist jedoch erwiesen, dass die Gehaltsspanne zwischen Mann und Frau in Deutschland so drastisch ist, wie sonst in kaum einem anderen Industrieland.
Schon bei Einstieg in einen neuen Job verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer, selbst wenn sie gleichermaßen oder sogar mehr qualifiziert sind. Experten sind der Meinung, dass die Gründe für diese Ungerechtigkeit gar nicht unbedingt nur an den Vorgesetzten liegen und in den Köpfen verankert sind, sondern dass auch das Verhalten des Bewerbers eine große Rolle spielt. Demnach sind Männer weitaus dreister, wenn es um die Verhandlung über das Gehalt geht. Für sie ist es in vielen Fällen das reinste Spiel und sie pokern munter um das Geld, das ihnen zusteht. Personalchefs sind das gewöhnt, man könnte fast meinen, sie genießen es. Ist der Bewerber auf einen Job jedoch eine Frau, so sieht die Sache wieder ganz anders aus. Im Gegensatz zu Männern wird das Pokern bei weiblichen Bewerbern nämlich gar nicht gern gesehen.
Liegt das an dem Bild der Frau, das man im Kopf hat? Dass es sich für eine Frau nicht gehört, nachdrücklich ihr Gehalt in die Höhe zu pushen? Möglicherweise. Dazu kommt die Tatsache, dass Frauen bei Bewerbungsgesprächen oder Diskussionen über das Gehalt oftmals kleinreden, wozu sie wirklich fähig sind. Eine solche Haltung wird niemanden davon überzeugen, dem Mitarbeiter mehr Geld zu zahlen. Doch das Prahlen scheint Frauen auf diesem Gebiet weniger zu liegen als den Männern. Insgesamt sind es 23 Prozent, die einer Frau im Laufe ihres Berufslebens weniger gezahlt werden als Männern. Die Frage, die sich stellt, lautet: wird daran in Zukunft etwas geändert werden oder bleiben alle Beteiligten so in ihrem Verhaltensschema wie gewohnt?