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Musikindustrie
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Von Alexander Stressler
Veröffentlicht am 21.09.08
 
Der Begriff Musikindustrie bezeichnet den Industriezweig, der Musik produziert, von der Aufnahme über die Produktion von Tonträgern über die Vermarktung bis hin zum Vertrieb.

Einführung
Der Begriff Musikindustrie bezeichnet den Industriezweig, der Musik produziert, von der Aufnahme über die Produktion von Tonträgern über die Vermarktung bis hin zum Vertrieb.

Die Musikindustrie repräsentiert sich in verschiedenen Produktionsfirmen, so genannten Labels. Die fünf weltgrößten Labels (auch Major Labels oder Big Five genannt) sind:

  • Universal (einschließlich Polydor-Island-Group und Motor-Urban-DefJam)
  • Sony (inkl. Columbia und Epic)
  • Warner Bros.
  • BMG (inkl. Zomba/Jive)
  • EMI (inkl. Virgin)
Die Musiksparten von Sony und BMG haben bekundet als BMG-Sony zu fusionieren und gemeinsam gut ein Viertel des Markts abdecken. Der Zusammenschluss ist bereits durch die EU-Kommission bewilligt worden.

Im Gegensatz zu den Major Labels stehen die Independent Labels, kurz auch Indies genannt. Zu den Wichtigsten zählen:

  • Nuclear Blast
  • Rough Trade
  • V2 Music
Eine Unterscheidung zwischen Major Label und Independent Label ist z. B., dass ein Major sowohl das Label, die Herstellung durch ein (eigenes) Presswerk, als auch den Vertrieb erledigt. Die Independent Labels lassen bei freien Presswerken herstellen und übergeben die "finished products" an einen aussenstehenden Vertrieb der wirtschaftlich unabhängig vom Label arbeitet. Die Indies sind somit wirtschaftlich unabhängig vom Presswerk und vom Vertrieb.

Aktuelle Diskussion
Nach einem stetigen wirtschaftlichen Wachstum in den 80er und 90er Jahren, verursacht v. a. auch durch das neue Format der CD und sinkende Produktionskosten, geriet die Musikindustrie nach dem Jahrtausendwechsel in Absatzschwierigkeiten.

Zusätzlich zur allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage werfen Kritiker der Musikindustrie als Erklärung u. a. strategische Fehlausrichtungen und mangelnde Innovationskraft vor. Von Seiten der Musikindustrie hingegen wird v. a. die zunehmende Popularität so genannter Musiktauschbörsen verantwortlich gemacht.

Die Auseinandersetzung um den Stellenwert der Musiktauschbörsen ist der derzeitige Kernpunkt der Diskussion.

Die Musikindustrie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in ihrer Fixiertheit auf das Medium CD jahrelang den Aufschwung des Internets verschlafen zu haben. Die Möglichkeit neuer Vertriebswege für die eigenen Produkte wurde nicht genutzt. Nach vergeblichen Versuchen, die Technologie vom Markt zu klagen, versucht man mittlerweile die Fehlsteuerung zu korrigieren, indem eigene kostenpflichtige Angebote im Internet platziert werden.

Zusätzlich versieht die Musikindustrie CDs mit Kopierschutz/Abspielschutz; da diese (von Kritikerseite "Un-CDs" genannten) Tonträger nicht standardkonform sind, funktionieren sie nicht auf allen Geräten: vor allem portable Geräte, CD-Spieler fürs Auto und PC-Laufwerke verweigern oft den Dienst. Viele potentielle Käufer scheinen sich durch solche Mechanismen vom Kauf abgeschreckt zu fühlen.

Auch die Fixierung auf mit immer größerem Budget ausgestattete "gecastete" Musiker löste die strategischen Erwartungen der Musikindustrie nicht ein.

Einige Untersuchungen geben zu bedenken, dass möglicherweise gerade diejenigen, die Musik aus dem Internet herunterladen, dann später auch die entsprechenden Tonträger kaufen.