Autismus
- Von Ralf Fischer
- Veröffentlicht 03.10.08
- Medizin
-
Bewertung:
Nicht bewertet
Einführung
Autismus (der Begriff wurde 1911 durch den Psychiater Eugen Bleuler geprägt) wird in der Medizin eine Entwicklungsstörung genannt, die sich vor dem 3. Lebensjahr bemerkbar macht (Infantiler Autismus). Sie tritt bei 0,3-0,5 Prozent der Menschen auf, wobei Männer ungefähr 3-4 mal häufiger als Frauen betroffen sind. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts beschrieb der amerikanische Kinderpsychiater Leo Kanner den infantilen (frühkindlichen) Autismus. Er beschrieb die Störung in den 1940er Jahren in erster Linie als „Unfähigkeit, eine Beziehung zu den Mitmenschen aufzunehmen“. Autisten würden andere Menschen wie Dinge wahrnehmen und behandeln und es falle ihnen äußerst schwer, sich in deren Gedanken und Gefühle hineinzuversetzen. Weitere Kennzeichen seien ein eingeengtes Interessenspektrum, sprachliche Defizite sowie das zwanghafte Festhalten an ritualisierten Abläufen. Hermelin geht davon aus, dass Autisten die Welt als ein „bedrohliches, unkontrollierbares Chaos“ erleben, welchem sie durch beruhigend wirkende Rituale entgegnen.
Frühkindlicher Autismus besteht von Geburt an oder tritt innerhalb der ersten zweieinhalb Lebensjahre auf.
Man unterscheidet den Kanner-Typ und den Asperger-Typ. Der Kanner-Typ ist gekennzeichnet durch eine schwere Ausprägung der Symptome, keine oder nur geringe sprachliche Entwicklung, besonders starke Objektbezogenheit. Die Symptome beim Asperger-Syndrom als der leichteren Form sind weniger ausgeprägt; die Erscheinungsformen sind vielgestaltig.
In der ICD 10 wird auch der atypische Autismus aufgeführt, bei dem die Kinder entweder nach dem dritten Lebensjahr erkranken oder bei dem nicht alle Symptome bestehen (atypisches Erkrankungsalter oder atypische Symptomatik).