Ohne Schilddrüsenhormone kann man nicht leben. Die Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin T3 und Thyroxin T4) sind jodhaltig. Sie wirken in fast allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an (allgemeine Wirkung: z.B. Erhöhung des Pulses und Blutdrucks, Gefäßerweiterung, Anstieg der Körpertemperatur) . Die Schilddrüse selbst wird durch das Hypothalamushormon TRH (TSH-Releasing-Hormon) und das TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) in ihrer Funktion reguliert.

Jodmangel

Durch eine angemessene Jodversorgung der Bevölkerung kann z. B. die Kropfbildung (Struma diffusa) vermieden werden. Die Jodierung von Lebensmitteln und Futtermitteln, wie sie in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich seit mehr als zehn Jahren üblich ist, bringt große Vorteile in der Prophylaxe gegen die Kropfbildung. Deutschland zählt jedoch nicht generell zu den Jodmangelgebieten und einige Mediziner vermuten, dass die Jodierung bei Menschen, die nicht an einem Jodmangel leiden, ein Auslöser von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmune Thyreoiditis) oder Morbus Basedow sein könnte. Jahrzehntelange Erfahrungen in den Ländern mit einer Trinkwasserjodierung (Schweiz, Schweden, USA) zeigen, dass diese Befürchtungen bislang nicht bestätigt werden können.