"kognitive Wende" um ca. 1960, Konstruktivismus
Epistemologischer Funktionalismus (Jean Piaget).
Kognitionspsychologie ("Cognitive Pyschology" von Neisser, 1967)
Bedeutungserzeugendes, entdeckendes, generatives Lernen (Aebli, Ausubel, Bruner, Wittrock).
In Abkehr vom Black-Box-Modell der behavioristischen Verhaltenspsychologie will man die im Lernenden ablaufenden Prozesse der Informationsverarbeitung
erklären. Es ist also ein Paradigmenwechsel und eine Entwicklung von der behavioristischen zu einer kognitiven Denkweise, die zwar die Black-box immer noch nicht durchleuchten kann, sich dessen aber
bewusst ist.
Didaktischer Konstruktivismus:
"Lernen als Wissenskonstruktion". Erkenntnistheoretische Fundierung im
Konstruktivismus (Philosophie).
Der Begriff
Lernen wird wesentlich weiter gefasst als das Auswendiglernen der frühen Gedächtnisforschung, ablesbar an der Vielzahl der denkbaren
Ziele des Lernens:
- Lernen mit dem Ziel Können, das Automatisieren von Fähigkeiten zu geistigen und motorischen Fertigkeiten;
- Lernen mit dem Ziel Problemlösen;
- Lernen mit dem Ziel Behalten und Präsenthalten von Wissen;
- Lernen von Verfahren (Lernen lernen, Arbeiten lernen, Nachschlagen lernen, Kritisch Lesen lernen);
- Lernen zur Steigerung der Fähigkeiten und Kräfte mit dem Ziel späterer Übertragung (die klassische Begründung, Latein lernen zu lassen);
- Lernen mit dem Ziel des Aufbaus einer Gesinnung, Werthaltung, Einstellung;
- Lernen mit dem Ziel, vertieftes Interesse an einem Gegenstand zu gewinnen;
- Lernen mit dem Ziel einer Verhaltensänderung (Roth 1963 nach Seel 2003).
Lernen ist etwas anderes als
Gewöhnung. Lernen ist ein Merkmal intelligenten Verhaltens. Lernen und Denken geschehen unter Zuhilfenahme von (gestischen, bildhaften, sprachlichen, symbolischen)
Zeichen. Denken schafft neues Wissen auf der Basis des bereits vorhandenen.
"Der bedeutendste Einzelfaktor, der Lernen beeinflusst, ist, was der Lernende bereits weiß" (Ausubel 1968 nach Seel 2003).
Neueste Ansätze erweitern das kognitiv-konstruktivistische Modell,
indem sie auch motivationale, affektive und sozio-kulturelle Variablen berücksichtigen.