Durch die Gezeitenwirkung, die durch die Gravitation der Erde entsteht, hat der Mond seine Rotation der Umlaufzeit (siderischer Monat) angepasst (gebundene Rotation), das heißt bei einem Umlauf dreht er sich einmal um die eigene Achse. Daher ist von der Erde aus immer die selbe Seite zu sehen. Die Rückseite des Mondes konnte 1959 erstmals durch Raumsonden beobachtet werden.

Wegen der gebundenen Rotation würde ein Beobachter auf dem Mond die Erde immer an der selben Stelle des Himmels sehen (abgesehen von leichten Schwankungen, die durch Librationen verursacht sind). Die Erde geht also niemals "auf" oder "unter". Ein Beobachter auf der Mondrückseite kann die Erde dagegen niemals sehen. Wegen der fehlenden Atmosphäre ist der Mondhimmel nicht blau, sondern schwarz, und die Sterne sind auch am Tag sichtbar. Die Erde erscheint als bläuliche Scheibe, fast viermal größer als der Mond von der Erde aus. Sie rotiert (in knapp 24 Stunden) und durchläuft Phasen, die den Mondphasen entsprechen und diesen entgegengesetzt sind. Bei Neumond herrscht "Vollerde" und bei Vollmond "Neuerde".

Die Sonne wandert vom Mond aus gesehen sehr langsam über den Sternenhimmel. Von Sonnenaufgang bis zum Höchststand der Sonne dauert es eine Woche, und von dort eine weitere Woche bis zum Sonnenuntergang, worauf eine 14-tägige Nacht folgt. Ein Tag-Nacht-Zyklus auf dem Mond dauert somit einen Monat.

Librationen Die Bahnbewegung des Mondes führt zu geometrischen Librationen, die bewirken, dass man von der Erde 59 Prozent der Mondoberfläche sehen kann. Die Ursachen hierfür sind im Einzelnen:

  • Die Rotationsachse des Mondes ist um 6,7° gegen seine Bahnebene geneigt. Dies führt zu einer Libration in Breite, so dass man etwas über die Mondpole "hinausschauen" kann.
  • Die Rotation des Mondes bleibt während seines Bahnumlaufs konstant, während seine Bahngeschwindigkeit mit dem Abstand zur Erde variiert. Dies führt zu einer Libration in Länge von etwa 7,6° - man kann dem Mond etwas "hinter die Ohren" schauen.
  • Die Parallaxe des Mondes führt zu einer täglichen Libration von ± 57 Bogenminuten, da man durch die Eigendrehung der Erde morgens und abends jeweils einen etwas anderen Blickwinkel auf den Mond hat.
Es gibt auch eine physische Libration des Mondes, die durch Abweichungen von der exakten Kugelgestalt hervorgerufen wird. Sie ist jedoch deutlich kleiner als die geometrische Libration und deshalb zu vernachlässigen.