Ursache des Glaukoms ist die Schädigung des Sehnervenkopfes. Die Schädigung kann dabei:

  • die direkte Folge des erhöhten Augeninnendruckes,
  • aber auch Folge einer, teilweise sogar druckunabhängigen Minderversorgung des Sehnervenkopfes sein.
Im Ziliarkörper des Auges wird das Kammerwasser (Humor aquosus) produziert und an die Hinterkammer des Auges abgegeben. Es gelangt durch die Pupille in die Vorderkammer und fließt durch Trabekelwerk und Schlemm"schen Kanal ab. Das Kammerwasser versorgt die Linse und die Hornhaut mit Nährstoffen.

Falls mehr Kammerwasser erzeugt wird als abfließen kann, entsteht ein Überdruck. Wenn der Druck zu groß wird, kann die schwächsten Stelle der Netzhaut, an der der Sehnerv aus dem Auge tritt, dauerhaft beschädigt werden. Diese Schädigung betrifft zuerst die Nervenfasern der peripheren Netzhaut und schreitet langsam zum Zentrum hin fort. Folge ist ein sich zunehmend einschränkendes Gesichtsfeld. Dieser so genannte "Tunnelblick" wird vom Betroffenen zunächst oft nicht bemerkt.

Während man früher den erhöhten Augeninnendruck als alleinige Ursache für Glaukomschäden verantwortlich gemacht hatte und so auch das Glaukom definiert wurde, spielen heute auch andere Riskofaktoren eine Rolle: Die Medizin sieht heute Glaukomschäden als eine Folge von

  • zu hohem Druck in Verhältnis zur okluraren Durchblutung: bei guter Druchblutung wird ein hoher Druck toleriert, bei sehr schlechter Durchblutung kann auch ein geringer Augendruck Schäden anrichten.