Zur Diagnose eines Glaukoms gehören folgende Untersuchungen:
- Beurteilung des Sehnervenkopfes am Augenhintergrund
- Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
- Augeninnendruckmessung.
Der Sehnervenkopf wird mithilfe der direkten oder indirekten Ophthalmoskopie beurteilt. Der Augenarzt sieht dabei durch spezielle optische Geräte einen vergrößerten Ausschnitt des Augenhintergrundes. Die Druckschädigung am Sehnervenkopf ist dabei direkt zu sehen.
Bei der Gesichtsfelduntersuchung werden dem Patienten an einem so genannten
Perimeter Testpunkte variabler Größe und Helligkeit angeboten. Durch die Einhaltung einer bestimmten Blickrichtung (geradeaus) korrespondiert jeder Testpunkt mit einem bestimmten Netzhautareal. Sind das Areal und die versorgenden Nervenfasern intakt, nimmt der Patient den Testpunkt wahr. Anderenfalls erkennt der Patient den Testpunkt nicht.
Die Untersuchung wird für jedes Auge separat durchgeführt.
Der Augendruck wird mit einem Druckmesser bestimmt, welcher direkt auf die zuvor betäubte Hornhaut (
Kornea) aufgesetzt wird und die Kraft misst, die benötigt wird um die Hornhaut einzudrücken. Eine andere Möglichkeit besteht in der berührungslosen Druckmessung durch einen kurzen Luftstoß. Der Test ist schmerzlos, schnell durchzuführen und birgt keine Gefahr für die Augen. Augenärzte empfehlen, den Test ein- bis zweimal im Jahr durchführen zu lassen.
Der Augeninnendruck beträgt beim gesunden Menschen etwa 10-20 mm Hg.
Da das Auge verschiedener Menschen recht unterschiedlich druckempfindlich ist, gibt es keine allgemeingültige EBM-Empfehlung. Die europäische Glaukomgesellschaft empfiehlt Untersuchungen ab einen Druckwert von 28, aber nur wenn sonst alles in Ordnung ist. Wird in den anderen Fällen der Normalwert von 21 überschritten, sollte der Patient in regelmäßigen Abständen untersucht werden.
Die sichere Diagnose eines Glaukoms ist nur nach Durchführung aller drei Untersuchungen zu stellen. Die alleinige Messung des Augeninnendrucks genügt nicht, da die Höhe des Augendrucks nicht bei allen Patienten mit der Schädigung korrespondiert.