Als Primärglaukome werden solche Glaukome bezeichnet, bei denen keine andere Augenerkrankung Ursache für die Schädigung ist.

Weitwinkelglaukom (Glaucoma simplex) Erscheinungsbild: Das klassische Glaukom: Der Augeninnendruck steigt langsam an. Unbehandelt wird allmählich das Sehfeld eingeschränkt und führt schließlich zu vollständiger Blindheit. Es ist die häufigste Form des Glaukoms. Üblicherweise tritt sie nach dem 30. Lebensjahr auf, kann jedoch auch schon früher beginnen. Familiäres Vorkommen ist häufig. Für das Auftreten in jungen Jahren ist eine Genmutation verantwortlich. Ein erhöhtes Risiko tragen Erwachsene über 35 Jahre, Diabetiker und Menschen, bei denen ein Glaukom in der Familienanamnese auftrat. Farbige haben ein 4-5x höheres Risiko als Weiße.

Beim Normaldruckglaukom spielt der Augeninnendruck eher eine nebensächliche Rolle. Durch verschiedene Faktoren wird die lokale Durchblutung am Sehnervenkopf eingeschränkt, wodurch die Sehnervenfasern geschädigt werden und es zu einem langsamen Schwund von Nervengewebe kommt. Hierdurch verschlechtert sich dann in den späten Erkrankungsstadien das Gesichtsfeld. Ein Teil der Normaldruckglaukome sind in Wahrheit Hochdruckglaukome, bei denen durch eine sehr dünne Hornhaut fälschlich niedrige Werte gemessen werden. Die Hornhautdicken-Messung ist daher bei Abklärung von Glaukomen sehr wichtig.

Die Gesichtsfelduntersuchung ist jene Untersuchung, um die Schädigung in ihrem gesamten Ausmaß zu erfassen. Leider werden Veränderungen hier erst spät im Krankheitsverlauf sichtbar, so daß ca. 50-70% der Fasern geschädigt sein müssen, damit sich dieses im Gesichtsfeld bemerkbar macht. Neuere Untersuchungsgeräte (HRT II, RTA, GDx, OCT) erfassen zuverlässig und reproduzierbar den Grad der Schädigung und sind somit für die Frühstadien eine unverzichtbare Hilfe. Diese Untersuchungen werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Winkelblockglaukom - Akuter Glaukomanfall (Glaucoma acutum) Erscheinungsbild: Es treten Anfälle auf mit plötzlicher Druckerhöhung im Auge und oft einer Schmerzsymptomatik, die nicht auf das betroffene Auge beschränkt sein muss. Meistens ist dabei nur ein Auge betroffen. Der akute Glaukomanfall beruht auf einer plötzlichen Verlegung des Kammerwasserabflusses. Der Anfall kann nach wenigen Stunden spontan abklingen und in Abständen wiederkehren, bevor ein typischer, vollständiger Glaukomanfall auftritt. Menschen mit höherer Weitsichtigkeit, fortgeschrittenem grauen Star sowie Asiaten neigen eher zum Engwinkelglaukom..

Sekundärglaukome

Werden Glaukome durch andere Erkrankungen des Auges verursacht, spricht man von Sekundärglaukomen. Dies ist der Fall bei Verletzungen oder Entzündungen des Auges (Uveitis) , intraokulare Tumore, bei Diabetes oder bei durch die Behandlung von ... (Kortikoiden) entstandenen Glaukomen.