Ein häufiger Grund für Sehverschlechterung im Alter sind degenerative Netzhauterkrankungen, bei denen durch Absterben von Netzhautzellen die Sehfähigkeit beeinträchtigt wird. Durch die geänderte Altersstruktur hat der Anteil der Menschen, die von solchen Erkrankungen betroffen sind, deutlich zugenommen.
Man unterscheidet:
- Diffuse Netzhautdegeneration (zum Beispiel Retinitis pigmentosa) befällt die Netzhaut meist großflächig.
- Lokale Netzhausdegeneration (zum Beispiel Maculadegeneration) beschränken sich auf begrenzte Areale der Netzhaut.
- Viele erbliche und nicht erbliche degenerative Netzhauterkrankungen schädigen vor allem das Sehzentrum, die Macula. Dabei bleibt das äußere Gesichtsfeld und somit die Orientierungsmöglichkeit der Betroffenen erhalten. Auch bei Dunkelheit sehen die Betroffenen in der Regel ebenfalls gut, da die Stäbchen außerhalb der zentralen Netzhaut funktionstüchtig bleiben.
Die Symptome, die aus der Schädigung der Macula resultieren, führen vorwiegend zu einer Verschlechterung
- der Sehschärfe,
- der Lesefähigkeit,
- des Kontrastempfindens,
- des Farbsehen und der Anpassungsfähigkeit an veränderte Lichtverhältnisse sowie
- zu einer Erhöhung der Blendempfindlichkeit.
Fixiert der Betroffene einen Gegenstand, so ist es nicht mehr möglich ihn deutlich zu erkennen. So kann der Betroffene eine Uhr sehen, aber die Uhrzeit nicht erkennen, oder einen Gesprächspartner sehen, nicht aber seine Gesichtszüge erkennen. Erkrankungsalter und Ausprägung der Symptome variieren und hängen von der Erkrankungsform ab.