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Gallenblasenkarzinom
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Von Nilson Oliver
Veröffentlicht am 18.10.08
 
Das Gallenblasenkarzinom gehört zu den bösartigen Tumoren des Gallenwegsystems. Dazu gehören weiter folgende Tumoren:

Einführung
Das Gallenblasenkarzinom gehört zu den bösartigen Tumoren des Gallenwegsystems. Dazu gehören weiter folgende Tumoren:

  • Tumoren der distalen Gallenwege
  • Tumoren der Papilla Vateri (d.h. Tumoren der Mündungstelle des Gallenganges in den Zwölffingerdarm)
  • Tumoren der hilusnahen Gallenwege sogenannte Klatzkin-Tumoren (d.h. in Gallenwegen, die unmittelbar aus der Leber austreten) Risikofaktoren Als Risikofaktoren für die Entstehung eines Galleblasenkarzinoms gelten echte Polypen größer als 0,5cm sowie eine sogenannte "Porzellangallenblase" (d.h. eine Gallenblase, die vollständig von einer Verkalkungsschicht ausgemauert ist). Hierbei beträgt das Risiko 20-60%. In diesen Fällen sollte die Gallenblase zur Vorbeugung eines Karzinoms entfernt werden. Gallensteine über 3cm haben ein 10fach erhöhtes Risiko für ein Karzinom.

    Epidemologie

    Die Tumoren des Gallenwegssystems sind insgesamt selten und treten in der Regel erst ab dem 60 Lebensjahr auf. Sie sind die fünfthäufigsten Tumoren des Magen-Darm-Traktes. Frauen erkranken häufiger als Männer. Die Erkrankung kommt meist in der 7.-8. Lebensdekade zum Ausbruch.

Diagnostik
Beschwerden treten erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf. Ein schmerzloser Ikterus (=Gelbsucht) kann richtungsweisend sein. Bei ca. 1% der Gallenblasenoperationen findet man zufällig ein Karzinom der Gallenblase. Be einem klinischen Verdacht auf ein Gallenblasenkarzinom sind folgende Untersuchungen angezeigt:

  • Sonografie des Bauches
  • eine ERCP (= Darstellung der Gallenwege und Gallenblase über ein Endoskop)
  • Labor und Tumormarker
  • Endosonografie ( nur selten sinnvoll, zb beim Papillenkarzinom )
  • Computertomografie des Bauchraumes
  • Biospie falls nicht eine primäre chirurgische Entfernung angestrebt wird und eine histologische Differenzierung sinnvoll erscheint.
Die Klassifikation richtet sich nach den Einteilungen für Tumoren der WHO.

Therapie

Die Therapie des Gallenblasenkarzinoms ist die Domäne der Chirurgie, denn nur sie erlaubt die Heilung in den Frühstadien der Erkrankung. Allerdings ist im fortgeschrittenen Stadium eine Operation nicht mehr heilend.

Die Endoskopie erlaubt eine einfache und schnelle Behandlung der Symptome wie den Ikterus, durch eine Einlage eines Gallenwegsstents ( Beispiele: Stent ).

Die Chemotherapie spielt zur Zeit eine untergeordnete Rolle.

Eine Strahlentherapie wird noch nicht allgemein empfohlen, obwohl es vielversprechende Arbeiten dazu gibt.

Prognose
Die Prognose des Gallenblasenkarzinoms ist ungünstig. Die 5-Jahresübelebensrate der Patienten beträgt etwa 5%. Sollte das Karzinom vollständig entfernt worden sein, ist die 5-Jahresüberlebensrate 10-60%.

Nachsorge

Die Prognose ist insgesamt schlecht. Es gibt keine Möglichkeit der Heilung bei einem erneuten Auftreten. Die Nachsorge richtet sich dann am klinischen Bild und den Beschwerden.